„Saarländer kriegt man so leicht nicht weg“

2005 bekam Stefana Schank ein Stipendium, um in Deutschland den Master in Informatik zu machen. Ende Juni 2013 heiratete sie ihren saarländischen Freund Markus (35) – und jetzt hat sie zwei Staatsbürgerschaften.

Den Grund, warum Stefana Schank (30) nach Deutschland kam, findet sie "nicht besonders spannend". "Ich bekam 2005 ein Stipendium von der International Max Planck Research School, um hier meinen Master in Informatik zu machen", sagt die gebürtige Bulgarin, die vor wenigen Tagen ihre deutsche Einbürgerungsurkunde im Rathaus St. Johann entgegennahm. Dass sie hier bleibt, dass Saarbrücken mittlerweile ihr Zuhause ist, sie nun neben der bulgarischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, hat aber einen guten Grund, gar einen romantischen: Ende Juni heiratete sie in ihrer Heimatstadt Sofia ihren saarländischen Freund Markus (35). Die kirchliche Trauung findet in wenigen Tagen in Neunkirchen statt.

"Wir lernten uns gleich zu Beginn kennen", erinnert sie sich, "ich war während meines Studiums ein Jahr in Cottbus. Ich wusste, dass man über Hobbys am besten Anschluss findet. Mein Hobby war Wasserball. Und in dem Verein SV 08 spielte auch Markus."

Für die Eheschließung brauchte die 30-Jährige ihre Geburtsurkunde. "Und als ich die hatte, dachte ich, jetzt mach' ich die Sache komplett und beantrage auch die deutsche Staatsbürgerschaft." Sie weiß, dass sich künftig ihr Leben hier abspielen wird: "Einen Saarländer kriegt man so leicht nicht weg", sagt sie lachend.

Ihre alte Heimat - die bulgarische Hauptstadt Sofia - vermisse sie zwar noch immer, weil dort immer etwas los ist. "Sofia hat mehr als eine Million Einwohner. Die Kulturszene ist groß. Und die Geschäfte sind sonntags geöffnet, was gut ist, wenn man die ganze Woche arbeitet. Sonntage sind da nicht langweilig", sagt die Informatikerin, die heute bei der Software-Firma Absint arbeitet.

Doch auch Saarbrücken, die Stadt in der sie irgendwann einmal Kinder großziehen möchte, hat Vorteile: "Man ist schnell überall. Braucht fast nie ein Auto, weil alles so beschaulich ist. Es ist ruhiger hier." Und obwohl hier alles schnell und einfach erreichbar ist, hat sie einen Unterschied zu ihrer Geburtsstadt ausgemacht: "Hier plant man einen Treff mit Freunden über Tage hinweg. In Sofia funktioniert das anders: Da wird sich kurzerhand für den Abend verabredet."

Und es gibt etwas, das die 30-Jährige heute mehr plant als früher: "Mein Kulturleben. Das Angebot hier ist nicht so groß. Ich hab' mir gerade zwei Sachen, die mich interessieren, beim Staatstheater rausgesucht. Man muss eben einfach auch das Kulturprogramm studieren. Ich mache das."

Eine Veränderung wurde ihr nach acht Jahren in Deutschland schon attestiert: "Mein Mann findet, dass ich heute viel pünktlicher bin als früher."

Ändert sich sonst etwas? "Ich kann jetzt wählen. Das ist ein großes Privileg. Doch hätte ich mich zwischen den Nationalitäten entscheiden müssen, wäre ich Bulgarin geblieben, weil ich es schon immer war."