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Saargida-Veranstalter erwägt Rückzug wegen Vereinnahmung durch NPD

Saargida-Veranstalter erwägt Rückzug wegen Vereinnahmung durch NPD

Der Gründer der islamkritischen Saargida-Bewegung, Danny Walter, erwägt seinen Rückzug. Er werde sich „aller Wahrscheinlichkeit nach“ nicht mehr als Veranstalter der Demonstrationen engagieren, sagte Walter der SZ. Weitere Demonstrationen seien vorerst nicht geplant. Als Grund nannte er die Vereinnahmung der Kundgebungen durch die NPD und die Bedrohung seiner Person durch die Antifa.

Der Gründer der islamkritischen Saargida-Bewegung, Danny Walter, wird sich voraussichtlich als Veranstalter zurückziehen. "Ich werde mich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr als Veranstalter engagieren", teilte der 23-Jährige gestern der SZ mit. Weitere Saargida-Demonstrationen seien dementsprechend vorerst nicht geplant. Als Grund für seine Rückzugsüberlegungen nannte Walter die Vereinnahmung der Saargida-Demonstrationen durch die rechtsextreme NPD . "Ich habe mich mehrfach öffentlich von der NPD distanziert und will mit denen nichts zu tun haben", sagte Walter. Er habe bei den bislang zwei Saargida-Demonstrationen in Saarbrücken jedoch nicht verhindern können, dass Anhänger der NPD die Kundgebungen für ihre Zwecke missbraucht hätten. Walter: "Lieber höre ich auf, als der rechtsextremen NPD Unterstützung zukommen zu lassen." Der 23-Jährige bestreitet nicht, in der Vergangenheit Kontakt zu NPD-Anhängern gehabt zu haben, dies lasse aber keine Rückschlüsse auf seine Gesinnung zu. Er stehe weiterhin für die offiziell formulierten Positionen der Pegida-Bewegung.

Walter sieht sich zudem von der autonomen Antifa bedroht, die unter anderem seine Adresse und sein Kfz-Kennzeichen öffentlich gemacht und damit indirekt zur Hetze gegen seine Person aufgerufen hätten.

Ob sich ein anderer Veranstalter für die Saargida-Bewegung finde, sei noch nicht geklärt.