Saarbrücker träumen von „Rock am Ring“

Saarbrücken · „An Assfull of Love“ kann die erste Band aus dem Saarland werden, die beim Rockfestival am Nürburgring auf der Bühne steht. Am 25. Mai fällt die Entscheidung in Bochum, die Band hofft auf Unterstützung.

 „An Assfull of Love“ kann die erste saarländische Band bei „Rock am Ring“ werden. Von links: Bernd Horn, Florian Heib, Nicolas Griesang, Sascha Schell und Daniel Isengard. Foto: Heiko Lehmann

„An Assfull of Love“ kann die erste saarländische Band bei „Rock am Ring“ werden. Von links: Bernd Horn, Florian Heib, Nicolas Griesang, Sascha Schell und Daniel Isengard. Foto: Heiko Lehmann

Foto: Heiko Lehmann

"Komm, wir fangen endlich an zu spielen", ruft Schlagzeuger Florian Heib am vergangenen Samstag in die Runde. "Sei ruhig, du haust doch sowieso nur mit Holz auf Plastik", erwidert Bassist Bernd Horn. "Das ist kein Plastik", sagt Heib. "Doch!", sind sich die Gitarristen Nicolas Griesang und Sascha Schell einig. Sänger Daniel Isengard erläutert die Gespräche: "Wir nehmen uns nicht ernst. Wir haben es ein paar Mal versucht - es bringt nichts", sagt der Frontmann der Saarbrücker Rockband "An Assfull of Love" und ergänzt: "Wir saßen bei ein paar Bier zusammen und suchten einen Namen für uns." Im Jahr 2004 gründete sich die Gruppe aus einer ehemaligen Schülerband. Seitdem spielten und probten sie und entwickelten auch einen eigenen Stil. "Glam-Punk" nennen die fünf Saarbrücker ihre Kombination aus dem Glam-Rock der 1980er Jahre und aktuellem Punk. Und diese Mischung hat Potenzial, das wird auch einem Laien schnell klar. Hinzu kommt eine Bühnenshow, die ebenfalls ungewöhnlich ist: "Wir haben uns aus Bierkästen eine Nebelmaschine gebaut, die mit dem Fuß bedient werden kann. Ein cooler Effekt, wenn man plötzlich voll im Nebel steht", sagt Sascha Schell, der durchaus auch mal durch die Beine von Sänger Isengard seine Gitarrensaiten erklingen lässt. Eine Menge Auftritte haben sie schon hinter sich, unter anderem vor 2000 Fans in der Luxemburger Rockhal.

Die erste Studio-CD mit dem Titel "Prepare for Loveshock" ist seit zwei Jahren erhältlich. Doch was die fünf Jungs von "An Assfull of Love" am Samstag, 25. Mai, in Bochum erreichen können, wäre historisch: Beim Ringrocker.com-Bandwettbewerb haben es die Saarbrücker unter die besten fünf von 500 Bands geschafft. Nur der Gewinner darf am Ende beim Rockfestival "Rock am Ring" vom 7. bis 9. Juni am Nürburgring spielen. "Rock am Ring ist die Champions League des Rock und wir wären die erste saarländische Band, die dort spielen darf", erklärt Daniel Isengard. Doch die Konkurrenz ist groß, und die Fans vor Ort wählen in Bochum die beste Band. "Wir haben den Nachteil, dass wir eine sehr weite Anfahrt haben und vielleicht die wenigsten Fans mitbringen können. Jeder von uns fährt mit seinem eigenen Auto, um noch Fans mitnehmen zu können", sagt Bernd Horn. Händeringend sucht die Band noch Sponsoren für einen oder mehrere Busse, in denen die Fans mit nach Bochum fahren können. Jeweils 25 Minuten spielen die fünf Bands am 25. Mai in Bochum, dann wird bestimmt, wer bei "Rock am Ring" spielen darf. Zuvor besteht an diesem Freitag, 17. Mai, bei den Sportrock-Tagen in Altheim noch die Möglichkeit, "An Assfull of Love" live zu sehen. Gegen Mitternacht betreten die Musiker die Bühne. Und mit etwas Glück geht eine Woche später der Traum von der "Rock-Champions League" für das Saarland in Erfüllung.

Wer "An Assfull of Love" auf dem Weg zu "Rock am Ring" unterstützen möchte und vielleicht sogar einen Bus zur Verfügung stellen kann, sollte sich bei Daniel Isengard, Tel. (01 62) 9 27 87 97, melden oder der Band auf ihrer Facebook-Seite schreiben.

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