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Saarbrücker Tafel ist am Limit

Ingeborg Dincher (links) und Nicole Cibois sortieren die Lebensmittel, die frisch bei der Tafel eingetroffen sind. Foto: Becker&Bredel
Ingeborg Dincher (links) und Nicole Cibois sortieren die Lebensmittel, die frisch bei der Tafel eingetroffen sind. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel
Saarbrücken. Die Saarbrücker Tafel braucht dringend Helfer. Bis zu 150 Kunden am Tag können die Ehrenamtlichen bedienen. Bis zu 30 neue Kunden kommen jede Woche dazu. Vor allem Flüchtlinge. Bald ist die Grenze erreicht. Dörte Grabbert

"Die ganze Tafel ächzt und krächzt", umschreibt Uwe Bußmann, Vorsitzender des Vereins Saarbrücker Tafel, die Lage. Seine Mitarbeiter sind langsam am Ende ihrer Kräfte. Bis zu zwei Tonnen Lebensmittel werden jeden Tag von den ehrenamtlichen Helfern herangeschafft, verarbeitet und an die Kunden gegen eine Spende von zwei Euro ausgegeben. Bis zu 150 Kunden können die Helfer am Tag bedienen, dann ist Schluss.

Bußmann ist überzeugt: "Die Marke von 150 haben wir bis Ende des Jahres erreicht." Denn jede Woche kommen bis zu 30 neue hilfsbedürftige Kunden dazu. Und hinter jedem Kunden stehen im Schnitt 2,5 Personen. Ende des Jahres werden es also ungefähr 375 Bedürftige sein, die jeden Tag von der Saarbrücker Tafel versorgt werden. "Mehr können wir einfach nicht abarbeiten", erklärt Bußmann.

Bei der Saarbrücker Tafel können sich Bedürftige, die nachweislich nicht mehr als den Hartz-IV-Satz im Monat zum Leben haben, für eine Spende von zwei Euro einmal in der Woche Lebensmittel abholen. Unter den Kunden sind Rentner, Werktätige , die trotz Arbeit noch Geld vom Amt bekommen, Hartz-IV-Empfänger und in letzter Zeit vor allem Flüchtlinge . "Das sind knapp 90 Prozent unser neuen Kunden ", berichtet Bußmann.

Genug Lebensmittel zu beschaffen, fällt dem Verein immer schwerer. "Die großen Discounter und kleinen Lebensmittelgeschäfte kalkulieren anders. Es bleibt weniger in den Regalen liegen", erläutert der Tafel-Chef. Die Vereinsmitglieder müssen mehr und mehr Zeit dafür aufwenden, um genügend Lebensmittel zusammenzubekommen. Zeit, die an anderer Stelle fehlt.

Denn damit die gespendeten Lebensmittel zu den armen Leuten kommen, sind jeden Tag drei Fahrer und fünf Beifahrer unterwegs, die die Waren bei den Lebensmittelhändlern einsammeln und nach Burbach zur Tafel bringen.

Dort sortieren zehn Ehrenamtliche die Nahrungsmittel und geben sie nachmittags an die Kunden aus. Insgesamt sind rund 120 Helfer in der Tafel engagiert. Noch. "Bei uns gibt es gerade einen Generationenwechsel. Viele Ältere hören auf, und wir haben nicht genug junge Helfer, die die Arbeit weiterführen", erklärt Bußmann.

Der Verein sucht vor allem Fahrer, die morgens von 8 bis 13 Uhr die Waren bei den Discountern und kleinen Läden abholen. Aber auch Ehrenamtliche für den Innendienst von 11 bis 16.30 Uhr sind willkommen. Bußmann: "Jede Hand wird gebraucht."

Wer Geld spenden möchte, sollte das direkt über den Verein tun. In der Adventszeit sind nach Angaben von Bußmann in Saarbrücken Menschen anzutreffen, die vorgeben, für die Tafel zu sammeln. Bußmann stellt klar: "Wir machen keine Straßensammlungen."

Wer der Saarbrücker Tafel helfen möchte, meldet sich unter Tel. (06 81) 9 38 95 50