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Saarbrücker sticht jungen Syrer nieder: Ein Missverständnis?

Saarbrücken. Wegen versuchten Totschlags muss sich ein 29-Jähriger vor dem Landgericht verantworten. Er hatte in der Nacht des 29. Mai 2016 in der Wohnung einer Bekannten einen Syrer (19) mit einem Messer niedergestochen und schwer verletzt. Wolfgang Ihl

Laut Anklage hatten der Verletzte und ein Landsmann (30) die beiden Saarbrücker in einer Kneipe kennen gelernt. Offenbar kauften die Syrer von dem 29-Jährigen Kokain, gingen mit in die Wohnung der Bekannten des Angeklagten. Dort - so die Syrer - habe die Frau (36) den 19-Jährigen in ein Zimmer geführt und ihm den Oberkörper entblößt. Das Ganze sei unheimlich geworden und sie seien gegangen. Auf der Straße hätten sie gemerkt, dass Geld und Handy des 19-Jährigen fehlten. Also seien sie zurück und hätten ihre Wertsachen gefordert. Da habe der Mann zugestochen. Der Angeklagte betonte dagegen, dass er an einen Überfall glaubte. Der 19-Jährige habe ihn mit einem Messer angegriffen. Dagegen habe er sich gewehrt. Die Bekannte des Angeklagten ergänzte, dass sie und die Syrer, die kein Deutsch können, sich gar nicht verstanden hätten. Sie habe den jungen Mann, der völlig durchnässte Kleider angehabt hatte, beim ersten Besuch ins Zimmer ihres Sohnes (17) geführt. Dort sollte er trockene Kleider anziehen. Aber die Syrer hätten das missverstanden und seien gegangen. Als sie wiederkamen, seien sie aggressiv gewesen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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