Saarbrücker nutzen rege die orange Tonne

Vor fünf Jahren wurde sie in Saarbrücken eingeführt. Seither wird alle zwölf Wochen die orange Wertstofftonne geleert. Doch ist sie immer noch so begehrt bei den Kunden des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebes (ZKE)? Die SZ ging dieser Frage nach.

Vor wenigen Tagen wurde sie wieder abgefahren: die orangefarbene Tonne. Allerdings konnte man zumindest in Dudweiler den Eindruck gewinnen, dass viele Kunden mittlerweile auf diesen Service des ZKE verzichten. In manchen Straßen bekam man sie kaum zu Gesicht. Doch dieser Eindruck scheint zu täuschen, wie ZKE-Sprecherin Judith Pirrot darlegt.

Zum Stichtag 1. September 2014 standen ihren Ausführungen zufolge in Saarbrücken insgesamt 5993 Wertstofftonnen. In diesem Jahr beläuft sich die Zahl auf 5893 Gefäße. Dies entspricht einem Rückgang von zwei Prozent. Das Umland von Saarbrücken ist hierbei mit 58 Prozent stärker vertreten als die Kernstadt.

Pirrot erklärt auch, dass seit 2015 einige Elektrogeräte nicht mehr in dem Gefäß landen dürfen. Zugrunde liege dem das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße: ,,Es besagt, dass Elektro-Kleingeräte mit Lithium-Ionen-Akku nicht mehr lose befördert werden dürfen. Der ZKE hat dieses Übereinkommen im Januar 2015 umgesetzt. Hintergrund ist die zunehmende Anzahl von Lithium-Batterien in Elektrogeräten, von denen eine hohe Brandgefahr ausgeht, wenn sie beschädigt werden."

Und wie hat sich dieser Einschnitt auf die Anzahl der Nutzer und die Sammelquote ausgewirkt? ,,Die Mengen in der Wertstofftonne gingen nach der Änderung des europäischen Übereinkommens von 2014 auf 2015 stark zurück", sagt Pirrot: ,,Wurden noch in 2014 rund 500 Gewichtstonnen gesammelt, so waren es in 2015 nur noch 308." Ein Teil dieser in den Wertstoffgefäßen fehlenden Elektrogeräte würden aber zu den Wertstoffzentren gebracht. So habe man 2015 im Vergleich zum Vorjahr in den Sammelstellen des ZKE eine Steigerung der Zulieferung um sieben Prozent registriert.

Wie aber steht es um die Qualität der verwertbaren Ware? Und was wird am meisten gesammelt? Laut ZKE ist die Qualität der Wertstoffe erfreulich hoch. Insbesondere für Metall und harte Kunststoffe würden die Tonnen genutzt. Pirrot: ,,Vergleicht man die sehr hohe Akzeptanz der blauen Tonne mit dem Service ,Wertstofftonne' gehen wir bei beiden Systemen davon aus, dass der Aspekt der Freiwilligkeit eine sehr große Rolle bei den Bürgern spielt." Wer sich bewusst für ein solches Angebot entscheide, lege auch Wert darauf, es ordnungsgemäß zu nutzen.

Es stellt sich überdies die Frage, ob das Sammeln überhaupt noch wirtschaftlich ist? Und: Bleibt das Angebot auf Dauer bestehen? Der ZKE, so dessen Sprecherin, müsse insbesondere nach Einführung des Müll-Verwiegens darauf bedacht sein, einen möglichst großen Service für die Bürger zu bieten. Dies bedeute mitunter, dass sich die Entsorgung so bequem und praktisch wie möglich gestalte. Im Übrigen sei die Verwertung der Ware 2015 ein ,,sehr positives Geschäft" gewesen. Aus Papier, Metall und Elektroschrott würden deutliche Erlöse erzielt. In die orange Tonne gehören: Metall, Kabel, Töpfe, Pfannen, Schrauben, Kunststoffe , Kinderspielzeug, Plastik wie Plastik-Blumentöpfe, Planen und Folien, CDs und DVDs