Saarbrücker für die Fusion

Die Konkurrenz auf dem Markt der Feuerbestattungen ist knallhart, sagt Uwe Kunzler, Chef des Friedhofs- und Bestattungsbetriebs. Um die Standorte in Saarbrücken und Völklingen zu sichern, wollen die Städte und Krematorien künftig zusammenarbeiten.

Die Krematorien in Saarbrücken und Völklingen wollen sich keine Konkurrenz mehr machen, sondern ihre Kräfte in der Vereinigten Feuerbestattung Saar GmbH bündeln. Dem hat der Saarbrücker Stadtrat bereits zugestimmt. Der Völklinger Stadtrat berät nun am Donnnerstag, 12. Dezember, in nicht öffentlicher Sitzung. Uwe Kunzler, Chef des Friedhofs- und Bestattungsbetriebs Saarbrücken (FBS), sagt, durch die Fusion entstehe bundesweit eines der fünf größten kommunalen Krematorien. Die Saarbrücker Anlage werde aus dem FBS ausgegliedert, erklärt Kunzler, der nach eigenen Angaben hauptamtlicher Geschäftsführer der neuen GmbH werden soll. In einem zweiten Schritt werde das Vermögen aus der Feuerbestattung Völklingen GmbH ausgegliedert.

Eine Million Euro Stammkapital

Beide Gesellschafter, die Stadt Saarbrücken und die FV, eine Tochter der Völklinger Stadtwerke, bringen je 500 000 Euro Stammkapital in die neue GmbH ein, teilt Kunzler mit: "Es fließt von der Stadt aber kein Geld." Vielmehr werde das Anlagevermögen auf die neue GmbH übertragen. Den genauen Wert der Anlagen werde ein Wirtschaftsprüfer feststellen und der Differenzbetrag in die Eröffnungsbilanz der neuen Gesellschaft eingehen.

Nach Angaben Kunzlers hat das Saarbrücker Krematorium in den vergangenen Jahren Überschüsse bis zu rund 100 000 Euro jährlich erwirtschaftet. Im ersten Jahr der gemeinsamen GmbH rechne er pro Krematorium mit einem Überschuss von 125 000 Euro nach Abzug der Körperschafts- und Gewerbesteuer, weil die Anlagen besser ausgelastet seien. Rund 4000 Leichen würden in diesem Jahr im Saarbrücker Krematorium eingeäschert, in Völklingen seien es zwischen 3400 und 3500, sagt Kunzler und betont, wie wichtig die Fusion ist: "Jeder allein würde das nicht überleben." Denn die Konkurrenz sei groß: Als Beispiele nennt er weitere Krematorien in St. Avold, Landau, Hermeskeil und bei Koblenz.

"Das ist brutale Marktwirtschaft", sagt Kunzler und ergänzt: "Wir müssen Rücklagen bilden." Deshalb könne es auch keine Preissenkungen geben. Kunzler gab zu, dass nach dem Bau des Völklinger Krematoriums 2005 die Einnahmen in Saarbrücken um eine halbe Million Euro eingebrochen seien. "Durch die Fusion sind wir sehr gut aufgestellt, und der Standort an der Saar wird gesichert", betont er.

Auch die Kosten sinken deutlich, weil die Arbeit nicht mehr doppelt gemacht werde, zum Beispiel im Marketing, erläutert der FBS-Chef. Die je fünf Mitarbeiter der beiden Krematorien würden weiterbeschäftigt, derzeit liefen die Tarifverhandlungen. Neben einem hauptamtlichen werde es noch einen nebenamtlichen Geschäftsführer geben, teilt Kunzler mit. Er werde noch maximal ein Jahr den FBS gemeinsam mit der Grünamts-Leiterin Carmen Dams weiterführen. Dann müsse die Entscheidung fallen, ob der FBS ein Eigenbetrieb bleiben soll oder mit dem Grünamt verschmolzen wird.

Zum Thema:

HintergrundDer Friedhofs- und Bestattungsbetrieb Saarbrücken (FBS) muss seit 2010 einen Beitrag zur Haushaltssanierung der Stadt von 214 000 Euro pro Jahr leisten. Gleichzeitig schließt der FBS das Geschäftsjahr 2012 mit einem Verlust von rund 247 300 Euro ab. So steht es in einer Verwaltungsvorlage zum Wirtschaftsplan 2014 für den Stadtrat. 2013 wird der Verlust auf unter 100 000 Euro sinken, teilt FBS-Werkleiter Uwe Kunzler mit. Die Zahl der Körperbestattungen steige langsam wieder. 2015 und 2016 rechne er wieder mit einem positiven Ergebnis - trotz des Konsolidierungsbeitrags. Unter anderem beim Personal und den Sachkosten habe der FBS in den vergangenen Jahren gespart, erklärt Kunzler. Finanzdezernent Ralf Latz ergänzt, der FBS habe vor allem aus Rücklagen den Konsolidierungsbeitrag geleistet. sm