Saarbrückens OB über Flüchtlingswelle: „Eine Herausforderung“

Saarbrückens OB über Flüchtlingswelle: „Eine Herausforderung“

Für 100 Menschen hat die Stadt Saarbrücken noch Platz in den städtischen Siedlungen. Kommen weiterhin 70 Flüchtlinge pro Monat, wird sie wohl private Wohnungen mieten müssen, um sie unterzubringen.

70 Flüchtlinge werden der Landeshauptstadt Saarbrücken derzeit monatlich zugewiesen und brauchen Wohnungen . 749 kamen nach Auskunft der Stadt von Oktober 2013 bis August 2015 aus der Landesaufnahmestelle Lebach hierher. 460 davon sind in Wohnungen der städtischen Siedlungsgesellschaft untergebracht, etwa auf der Folsterhöhe, auf dem Eschberg und auf dem Wackenberg. Noch reicht der Platz, zumal Flüchtlinge, deren Asylantrag angenommen wurde, in private Wohnungen ziehen können. 10 bis 12 Plätze, sagt die Stadtpressestelle, würden so pro Monat wieder frei.

Rund 100 Plätze in städtischen Wohnungen stehen noch zur Verfügung. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD ) sagt: "Wir müssen die Flüchtlinge menschenwürdig unterbringen und ausreichend Wohnraum stellen. Bisher ist uns das in Saarbrücken gut gelungen, damit das weiter so funktioniert, müssen der Bund und die Länder die Kommunen finanziell unterstützen."

Geld hat Saarbrücken bisher vom Land bekommen. Mit Landeszuschüssen von rund 609 000 Euro habe die Stadt 48 ihrer Wohnungen saniert, teilte die Stadt auf Anfrage mit. Vom Bund gibt es laut Auskunft der städtischen Pressestelle dafür keine Zuschüsse. In den nächsten Wochen will die Stadt weitere Wohnungen der Siedlungsgesellschaft renovieren, um Flüchtlinge darin unterbringen zu können. Da das städtische Angebot an Wohnungen nicht endlos groß ist, denkt die Stadt derzeit daran, auch Privatwohnungen zu mieten und für Flüchtlinge herzurichten.

Etwa 80 Prozent der Flüchtlinge, die in Saarbrücken untergebracht werden, sind Syrer. Weitere Flüchtlinge kommen aus Eritrea, Afghanistan, dem Irak und dem Iran.

Saarbrückens Oberbürgermeisterin hält den Zuzug der Flüchtlinge in die Stadt für eine Herausforderung, aber auch für eine Chance. Sie sagt: "Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und des Fachkräftemangels sind die Talente der jungen Zuwanderer eine Chance, diese Herausforderungen zu meistern."