Saarbrücken will Freibad Dudweiler schließen

Weil die Saarbrücker Verwaltung 800 000 Euro bei den Bädern sparen muss, will sie das Freibad Dudweiler schließen – es sei denn, eine Genossenschaft oder ein Verein betreibt es weiter. Im Altenkesseler Bad sollen nur noch Vereine und Schulen trainieren.

. Die Saarbrücker Stadtverwaltung will das Freibad Dudweiler schließen und gleichzeitig das Dudobad ganzjährig öffnen. Außerdem wird das Außenbecken im Kombibad Altenkessel geschlossen. Das sind die Kernpunkte des Bäderkonzepts, das Bürgermeister Ralf Latz (SPD) und Sportdezernent Harald Schindel (Linke) vor wenigen Tagen vorstellten.

Die Schließung des Freibades könne noch abgewendet werden, wenn ein Förderverein oder eine Bürgergenossenschaft das Bad ab 2014 betreibt, erklärte Latz. In diesem Fall wäre die Verwaltung bereit, jährlich 50 000 Euro zuzuschießen. Die SZ hatte kürzlich berichtet, dass zum Beispiel ein Verein in Mainz ein Bad erfolgreich führt. Nach Latz' Berechnungen müssten 170 000 Euro von der Genossenschaft finanziert werden. Wenn 1500 Bürger sich daran beteiligen würden, liege der Jahresbeitrag bei 113 Euro pro Bürger, meinte Latz.

Altenkessel nur noch für Sport

Das Altenkesseler Bad soll zum reinen Sport- und Vereinsbad umfunktioniert und nur noch zwei bis drei Tage geöffnet werden. Für Schulen, Vereine und den Behindertensport werde sich nichts ändern, betonte Latz. Das gelte auch fürs Dudobad und die Vereine, die im Erlebnisbad Calypso trainieren. Der Bürgermeister wertete es als Erfolg, dass es weiter in jedem Bezirk ein Schwimmbad gebe: neben Altenkessel und Dudweiler das Totobad im Bezirk Mitte und das Kombibad Fechingen. Die Verwaltung sei bereit, über eine Busverbindung im Sommer von Altenkessel zum Totobad zu diskutieren, ergänzte Sportdezernent Harald Schindel.

Dass es Proteste in Dudweiler und Altenkessel geben werde, ist beiden klar. "Bei einer Forderung von 800 000 Euro muss es Einschnitte geben", sagte Latz. Der Stadtrat hatte auf Grundlage des Rödl-Gutachtens 2012 entschieden, diesen Betrag bei den Bädern zu sparen. Das Gutachten von Rödl&Partner hatte deutliche Einsparungen bei den Bädern gefordert. Latz wies darauf hin, dass Saarbrücken im Bundesvergleich zu viel Wasserfläche habe und die Bäder nicht ausgelastet seien. Die Verwaltung komme am Sparen nicht vorbei, weil sonst die Kommunalaufsicht den Haushalt nicht genehmige.

Sparen auch bei Organisation

Auch in der Verwaltung wird sich einiges ändern. Für die Bäder sei künftig allein die Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken (BBS) verantwortlich. Bisher waren auch der städtische Gebäudemanagement-Betrieb und das Sport- und Bäderamt involviert. Ein weiteres Gutachten der Firma GMF aus Neuried hatte hier ein Einsparpotenzial von über 300 000 Euro genannt. Latz erklärte, die BBS könne bei den Personalkosten sparen. Auch die Eintrittspreise würden erhöht. Gleichzeitig sollen die Bäder attraktiver werden.

Für den Betrieb der Bäder erhalte die BBS von der Stadt einen Zuschuss von 910 000 Euro, sagte Latz. Unter dem Strich bleibe trotzdem eine Einsparung von rund einer Million Euro. Davon müsse noch der Zuschuss für den Vereinssport ans Calypso von 160 000 Euro abgezogen werden. Latz bezeichnete das Konzept als "moderate Lösung" und hofft, dass der Stadtrat am 2. Juli zustimmt.

Die CDU-Fraktion im Stadtrat bezeichnete das Konzept als "Dokument des Scheiterns". Ein Genossenschaftsbad lehnt Fraktionschef Peter Strobel ab. Auch Wolfgang Backes, erster Vorsitzender des Fördervereins Dudweiler Bäder, hält davon nichts. Die Vorstellungen der Verwaltung seien "in höchstem Maße unsozial", sagte er.