Saarbrücken punktet mit seinen Grünflächen

Saarbrücken hat viele Spitzenplätze schon erreicht, Stauhochburg oder Schuldenmetropole zum Beispiel. Doch jetzt gibt es endlich mal wieder einen positiven Spitzenplatz für die Stadt: Eine Berliner Zeitung hat herausgefunden, dass wir zu den grünsten Städten der Republik gehören. Und das kann bares Geld wert sein.

Holt sich die Natur die verarmten Städte zurück? Die Berliner Morgenpost hat mit großem Aufwand Satellitenbilder der Nasa ausgewertet, um herauszufinden, welche deutsche Großstadt das meiste Stadtgrün besitzt. Und: Saarbrücken ist unter den Top Ten. Genau 81,4 Prozent des Saarbrücker Stadtgebietes sind mit Pflanzen bedeckt. Bedeutet: Platz Neun in Deutschland, den es sich mit der Stadt Hagen teilt. Kurios: In der Top-Ten-Liste tummeln sich viele Städte, die in der Vergangenheit mit hohen Schulden zu kämpfen hatten: Hagen, Bergisch-Gladbach oder zum Beispiel Salzgitter. Ob diese Kommunen das Geld für Grünpflege und Neubauten gespart haben, ist natürlich nur eine reine Spekulation. Aber es zeigt sich hier, dass wer viel Grün liebt, das nicht unbedingt nur in den großen und beliebten Metropolen findet. Zwar werben viele Städte mit ihren Parks und Grünanlagen, wie zum Beispiel Berlin oder Hannover, das sich als grünste Großstadt Deutschlands vermarktet, aber die naturreichsten Städte sind andere. Die Berliner Morgenpost hat 185 Satellitenbilder ausgewertet und neben öffentlichen Grünflächen, Feldern und Wäldern auch die grünen Oasen auf privaten Grundstücken berücksichtigt. Mit den vorhanden Karten ermittelten die Journalisten den Vegetationsindex. Der zeigt, wie viel Pflanzengrün (Chlorophyll) auf jeder Fläche in Deutschland vorhanden ist. Ergebnis: Siegen hat mit 85,8 Prozent das meiste Grün im Stadtgebiet, Ludwigshafen belegte im Vergleich den letzten Platz mit nur 34,8 Prozent.

Natürlich sagt das viele Grün nichts über die tatsächliche Lebensqualität einer Stadt aus. Aber das Bundesumweltministerium hat Ende April eine Studie veröffentlich, in der 94 Prozent in einer Umfrage sagten, dass Natur in möglichst allen Teilen der Stadt zugänglich sein soll. Grün als Standortvorteil? Ja. Eine Stadt mit viel Grün hat große Vorteile, was das Stadtklima angeht: Pflanzen wirken als Feinstaubfilter, binden CO2 und reduzieren Lärm und die Hitze im Sommer. Und Grünflächen können auch viel Geld sparen. "Natur in der Stadt hat eine große wirtschaftliche Relevanz. Vor allem können Gesundheitskosten eingespart werden. Allein in Berlin sind etwa vier bis fünf Prozent aller Sterbefälle eines Jahres direkt auf Hitze zurückzuführen. Stadtnatur verbessert das Stadtklima und reduziert somit auch hitzebedingte Erkrankungs- und Sterberaten", sagt der Chefökonom vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung , Professor Dr. Bernd Hansjürgens. Und: Stadtgrün senke den Stress und stressbedingte Erkrankungen verursachen jährlich 100 Milliarden Krankheitskosten, hat die vom Bund finanzierten Initiative "Naturkapital Deutschland" errechnet.