Saarbrücken erweitert Anti-Stau-Programm

Baustellen sind von Fahrbahnen verschwunden, Ampeln anders geschaltet, Spuren gesperrt. All das hat die Stadt Saarbrücken schon erledigt, um die Folgen der Fechinger Brückensperrung in den Griff zu bekommen. Am Ende der A 623 ist nun auch eine der wichtigsten Ideen gegen den Stau Wirklichkeit.

Es sind nur ein paar Meter Asphalt. Aber die neue Richtung des Pfeils ändert dort alles. Die Linksabbiegerspur zur Saarbrücker Saarlandhalle fällt weg. Neuerdings können Autofahrer die Camphauser Straße als letzten Teil der Autobahn 623 Richtung Stadt durchgehend zweispurig nutzen.

Wer also jetzt, von der A 623 kommend, in die Stadt fährt und zur Saarlandhalle will, muss zunächst bis zum Ludwigsbergkreisel weiter. Dann hat er diesen zu umrunden und in der Gegenrichtung die Camp hauser Straße hinauf sein Ziel anzusteuern.

Der Heimweg ist dann einfacher, bleibt doch die Ausfahrt aus der Straße an der Saarlandhalle in alle Richtungen möglich. Außerdem dauern im Ludwigsbergkreisel die Grünphasen länger, damit der Verkehr besser von der Autobahn in Richtung Westspange fließt.

Ortswechsel: In Scheidt lässt die Ampel an der Einmündung Kaiserstraße/Im Flürchen dank längerer Grünphasen mehr Fahrzeuge durch. So kann der Verkehr auf der B 40 von St. Ingbert Richtung Saarbrücken besser fließen.

In der Straße An der Heringsmühle ist ab sofort nur noch Tempo 30 erlaubt, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und den Lärm zu reduzieren. Die eigentliche Bewährungsprobe steht dem Anti-Stau-Programm der Stadtverwaltung aber noch bevor. Verkehrsexperten schauen sich regelmäßig den Verkehr auf der Umleitungsstrecke und den Hauptstraßen an. "Insbesondere zum Schulbeginn Anfang der kommenden Woche", wie die Stadtpressestelle hervorhebt. Denn noch ist bei den Ampelprogrammen offenbar Spielraum. Sollten weitere Schaltungen zu ändern sein, dann werde das auch erledigt, kündigt die Stadtpressestelle an. Ein Bestandteil der Saarbrücker Anti-Stau-Initiative betrifft das Lkw-Durchfahrtverbot in der Bühler Straße. Die Stadt hebt es vorübergehend auf zwischen der Straße Am Zementwerk und der Theodor-Heuss-Straße (SZ vom Donnerstag, ). Diese befristete Maßnahme soll das von der Brückensperrung bislang besonders betroffene Industriegebiet Brebach für Kunden und Lieferanten wieder erreichbar machen. Denn um die Umleitungsstrecke über die Flughafenstraße zu entlasten, dürfen Fahrzeuge an der Autobahnabfahrt Fechingen nicht mehr links nach Brebach abbiegen.

Vorübergehend können Kunden und Lieferanten das Industriegebiet Brebach von der Autobahn 620 ab der Anschlussstelle Güdingen durch den Kreisel am Globus und die Bühler Straße erreichen. Die Stadt beendet diese Notlösung, sobald wieder Lastwagen über die Fechinger Talbrücke fahren dürfen. Die Saarbahn GmbH stellt ihren Busbetrieb darauf ein, dass mit dem Schulstart der Stresspegel auf den Straßen steigt. Damit die Busse zum Schulbeginn pünktlich an den Anfangshaltestellen starten - trotz der Brückensperrung -, rücken sie 15 bis 20 Minuten früher vom Betriebshof aus. Betroffen sind die Schulbusse der Linien 801, 807, 823, 841 und 843. Auf der Linie 860 starten die Busse etwa 20 Minuten früher, um an der Haltestelle Heringsmühle planmäßig abzufahren.

Weitere Neuigkeit: In den unteren Hohlweg kurz vor der Einmündung Provinzialstraße kommt die Ersatzhaltestelle Fechingen Kirche. Von dort geht es Richtung Ensheim auf dem üblichen Weg weiter. Die Haltestelle Latze Brück entfällt.

In der ersten Woche ist ein Busbegleiter an Bord. Er steigt an der Haltestelle Heringsmühle aus und begleitet die Fahrgäste zu Fuß von den Haltestellen Latze Brück und Fechingen Kirche zur Ersatzhaltestelle im Hohlweg.

Während der Sperrung der Fechinger Talbrücke gibt es beim Saarländischen Verkehrsverbund ein Baustellen-Ticket. Dieses Schnupper-Abo kann der Kunde bis zum Ende der Brückensperrung kündigen, ohne Preisvorteile zu verlieren. Als zusätzlichen Anreiz gilt bis 30. April für alle Schnupper-Abonnenten ein kostenloses "Baustellenticket". Baustellenticket und Schnupper-Abo gibt es ab sofort im saarVV-Call-&-Abo-Center und im Abo-Center der Saarbahn. Die Tickets sind meist spätestens drei Tage nach Antrag verfügbar.

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