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Saarbahn will Busbegleiter nicht aufgeben

Saarbrücken. Sie begleiten Grundschüler, Ältere und Menschen mit Behinderung in Bussen. Damit drohte Schluss zu sein, als der Bund die Bürgerarbeit nicht länger finanzierte. 150 000 Euro investiert die Saarbahn GmbH nun, um 20 Langzeitarbeitslose weiterhin zu beschäftigen. Dietmar Klostermann

. Die Saarbahn Gmbh ist Ende 2014 gezwungen gewesen, ihre Serviceleistungen "einzudampfen": Dies beklagte Saarbahn-Geschäftsführer Andreas Winter, als er schilderte, dass die Bundesregierung mit dem Stopp des Bürgerarbeiter-Projekts im Saarland 125 Schulbusbegleiter und 15 Mobilitätshelfern für Senioren (Mobia) der Saarbahn die Jobs wegnahm. Doch die Saarbahn stellt jetzt aus eigenen Mitteln sicher, dass das Schulbegleitungs- und Mobilitätskonzept in "eingedampfter" Form weitergeführt wird. "Wir investieren 150 000 Euro für die Weiterführung von Mobia und der Schulbusbegleitung für die Grundschulen ", sagte Saarbahn-Geschäftsführer Peter Edlinger jetzt vor Journalisten und Mobilitätshelfern im Saarbahn-Verwaltungsgebäude in Saarbrücken .

Ab sofort seien 20 Langzeitarbeitslose mit Zeitverträgen eingestellt worden: Diese begleiten die Grundschüler morgens in den Bussen zu den Schulen und mittags zurück zu den Familien. Dazwischen und danach bis 15.30 Uhr stehen die Helfer für ältere Menschen, Behinderte, Kranke oder andere bewegungseingeschränkte Menschen zur Verfügung, um ihnen in die Busse und Saarbahnen zu helfen, sie beim Fahrkartenverkauf zu beraten oder Fragen zum Fahrplan zu beantworten. "Dieser Service ist zunächst kostenlos", betonte Edlinger. Sein Kollege Winter erklärte, dass es für diesen Service keinerlei Förderung seitens des Bundes mehr gebe.

Das Angebot gelte allerdings nur im Bereich der Großwabe Saarbrücken des SaarVV. Mobia-Helfer an Saarbahn-Haltepunkten etwa in Heusweiler oder Lebach stünden nicht zur Verfügung.

Nach vier Jahren endete zum Jahresanfang die Begleitung der Schüler in den Bussen zu den weiterführenden Schulen. "Es hat bisher noch keine Vorfälle gegeben, die auf das Fehlen der Schulbusbegleiter bei Fahrten zu den weiterführenden Schulen zurückzuführen sind", sagte Edlinger.

Das Unternehmen Saarbahn hofft nun, dass die Weiterführung des Mobia-Services und der Schulbusbegleitung wenigstens zu den Grundschulen auf eigene Kosten beim Bund anerkannt wird. Denn dort gebe es noch ein neues Mobilitäts-Förderprogramm, auf dessen Mittelzuteilung man hoffe, hieß es.


Zum Thema:

Auf einen BlickMobilitätshelfer für ältere Menschen, Kranke oder Behinderte können zwei Tage vor dem Fahrtantritt in Bussen oder Bahnen Saarbrückens kostenlos über die Telefonnummer (06 81) 500 33 99 bestellt werden. Diese Telefonnummer ist Montags bis Freitags von 6 bis 21 Uhr, Samstags von 7 bis 18 Uhr und Sonntag- und Feiertags von 11 bis 18 Uhr zu erreichen. dik