Saarbahn tut was gegen Barrieren

Die Saarbahn GmbH will das Fahren in Bus und Straßenbahn einfach machen. Da gibt es zum Beispiel die Mobilitätslotsen, die beim Ein- und Aussteigen helfen und Fahrgäste, wenn nötig, sogar begleiten. Und da ist ein Helfer, der den Fahrplan in- und auswendig kennt: Andi, der sprechende Computer.

Ein Sturz. Schon ist nichts mehr, wie es war. Er zerfetzt einen Muskel. Oder er bricht einen Knochen. Dann wird die Fahrt in Bahn und Bus von einer Sekunde zur anderen eine Herausforderung. Auch Alter, Krankheiten und Behinderungen setzen der Mobilität oft nervend enge Grenzen. "Mobia - Mobil bis ins Alter" soll damit Schluss machen.

Das Forschungsprojekt bringt Technik und Dienstleistungen unter einen Hut, damit Bus- und Saarbahnfahren einfacher wird. Zum Beispiel mit den Mobilitätslotsen, die an den Haltestellen helfen. Oder dank der für "Mobia" entwickelten Smartphone-Programme. Mit der "Fahrgast-App" und "Lotsen-App" fordern Kunden die Mobilitätslotsen an. Die helfen beim Ein- und Aussteigen und begleiten bei Bedarf Passagiere während der gesamten Fahrt. Bisher meldeten sich 42 Kunden als Mobia-Tester und machten sich mit Technik und Service vertraut.

Das Tester-Team soll aber noch wachsen. Dazu Saarbahn-Sprecherin Sarah Schmitt: "Am Test können sich noch weitere Personen beteiligen. Voraussetzungen: Sie wohnen in Saarbrücken, sind mobilitätseingeschränkt, benötigen Hilfe beim Bus- und Bahnfahren und haben Spaß daran, den neuen Service zu testen. Während des Feldversuchs sind die Nutzung der Saarbahn und eines Smartphones für die Tester kostenlos."

Der Mobia-Versuch läuft bis November dieses Jahres. Das Geld für die Mobilitätslotsen kommt als Teil der Bürgerarbeit aus dem Haushalt der Bundesagentur für Arbeit. Schmitt betont aber, dass die Hilfen für Fahrgäste schon heute weit über "Mobia" hinaus reichen. 860 Haltestellen hat das Busliniennetz der Saarbahn GmbH. An den 66 wichtigsten können sich Behinderte besonders gut zurechtfinden. Das betrifft zum Beispiel die großen Umsteigehaltestellen in Riegelsberg-Süd sowie in Heusweiler und natürlich in Saarbrücken. Der Ausbau geht ständig weiter. Und was ist mit den Bussen? Schmitt antwortet: "Alle unsere Fahrzeuge senken sich automatisch an der Haltestellenseite, damit die Kunden leichter einsteigen können. Fast 90 Prozent unserer Busse sind mit Klapprampen ausgerüstet. Diese Busse erkennen Sie am Piktogramm. Bitte nehmen Sie immer eine Tür in der Mitte."

Alle 34 Saarbahn-Haltestellen sind barrierefrei. Bahnsteige sind stufenlos erreichbar, Haltestellen und Straßenbahn-Einstiege gleich hoch, Abstände zwischen Fahrzeug und Bahnsteigkante gering. Blinde und Sehbehinderte können dank ertastbarer Streifen die Einstiegszonen aller Saarbahnhaltestellen gut wahrnehmen.

Anmeldungen für Mobia-Tester bei Kathleen Schwarz vom iso-Institut, E-Mail: schwarz@iso-institut.de

Zum Thema:

StichwortFragen zur Reiseplanung an: saarVV-Hotline, Tel. (0 68 98) 5 00 40 00, oder per E-Mail an info@saarbahn.deElektronischer Fahrplan-Kenner: Unter Tel. (06 81) 30 25 81 21 hilft das "Anrufbasierte Nahverkehrsdialogsystem" (Andi). Das Computerprogramm gibt telefonisch Fahrplanauskünfte, versteht und spricht Deutsch. Es kennt den Saarbrücker Fahrplan.Kostenlose Fahrten mit Bus und Saarbahn sind möglich dank gültigem Schwerbehindertenausweis mit Wertmarke. redInfos zum Schwerbehindertenausweis beim Bürgerinformationszentrum des Landesamtes für Soziales (LAS), Tel. (06 81) 99 78 21 81, oder im Internet. saarbahn.de/de/service/barrierefreie_mobilitaetlas.saarland.de