Saarbahn rollt erstmals bis Lebach

Die schier endlose Geschichte des Saarbahn-Weiterbaus bis Lebach endet am 5. Oktober. An diesem Tag soll die Bahn erstmals regulär in der Theelstadt ankommen. Am Freitag schickte die Saarbahn vorab einen Zug auf die neue Strecke bis Lebach – für Presseleute, Bürgermeister und Ortsvorsteher.

Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz war dabei, die Rathauschefs von Heusweiler und Lebach, Thomas Redelberger und Klauspeter Brill, die Ortsvorsteher der an der Neubaustrecke liegenden Ortschaften und jede Menge Leute mit Kameras und Notizblöcken. Die Saarbahn GmbH hatte am Freitag zu einer Vorstellungsfahrt der Strecke von Heusweiler bis Lebach eingeladen.

Die Tour mit Fahrlehrer Frank Blank auf dem Zug-Führerstand begann am ersten Haltepunkt nach der vorläufigen Endstation Heusweiler Markt, am Haltepunkt Hommersbach, und führte bis zum zehn Kilometer entfernten Bahnhof Lebach. Die reguläre Strecke geht noch 1,5 Kilometer weiter bis zum Endpunkt Lebach-Jabach. Die ausgewählten Fahrgäste waren die ersten, die in den Genuss kamen, die Strecke vom Zugfenster aus zu betrachten und die acht Haltepunkte kennen zu lernen. Da war zunächst das Dorf Kirschhof, das dank der Saarbahn erstmalig in seiner Geschichte an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen wird. Es folgte die Überquerung des Eiweiler Viaduktes und der Stop am Haltepunkt Eiweiler Nord, der mit 500 000 Euro der teuerste auf der gesamten Strecke ist.

Mit 90 Sachen, so viel darf die Bahn auf freier Strecke fahren, ging es in den knapp fünf Kilometer langen Spitzeichtunnel. Dieses 6,6-Millionen-Euro-Gewerk kostete den verantwortlichen Planungsingenieur Daniel Bürtel so manche schlaflose Nacht, wie er in einem Gespräch mit der SZ einmal erzählte. Am Ende des Tunnels rollte die Bahn bereits auf Landsweiler Bann. Die Fahrgäste konnten sich ein Bild davon machen, wie der "Jahrhundertbau" - vor 104 Jahren wurde die frühere Köllertalbahn erstmals auf die Schienen geschickt - das Ortsbild des Lebacher Stadtteils verändert hat. Der Haltepunkte Landsweiler Süd samt der neuen Zufahrtsstraße und die neue Haltestelle Landsweiler Nord im Bereich des früheren Bahnhofs sowie zwei komplett neue und eine sanierte Brücke geben dem Dorf ein neues Gesicht.

Bevor der Zug am Lebacher Bahnhof ankam, passierte er noch den Haltepunkt Lebach Süd sowie ein Stellwerk der Bundesbahn. Dieses macht darauf aufmerksam, dass die Saarbahn kurz vorher von ihren eigenen Gleisen auf die der Eisenbahn wechselt. Die am Bahnsteig auf Busse wartenden Fahrgäste machten erstaunte Gesichter, als sie das blaue Saarbahngefährt sahen. Ab Oktober soll der Anblick jedoch zur Gewohnheit werden.