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Saar-SPD sieht „Eintrittswelle“ nach Nominierung von Schulz

Saar-SPD sieht „Eintrittswelle“ nach Nominierung von Schulz

Nach der Kür von Martin Schulz zum SPD-Kanzlerkandidaten hat die Saar-SPD binnen weniger Tage knapp 50 Neueintritte verzeichnet. Ein Sprecher bezeichnete dies als "Eintrittswelle". Fast die Hälfte der Neumitglieder sei unter 35 Jahren, teilte der Landesverband mit.

Auch die Saar-SPD könne vor der Landtagswahl von Schulz profitieren, sagte gestern die stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Landtag, Gisela Kolb . "Der Wahlkampf der SPD lebt davon, dass viele Genossinnen und Genossen mit Mut und Energie laufen und voll hinter dem Kandidaten und der Kandidatin stehen", sagte sie. Sie traue Schulz zu, die derzeit "zutiefst verunsicherte Partei" zu einen.

Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine sagte, Schulz habe eine "beeindruckende Lebensgeschichte" und die Voraussetzungen dafür, einen guten Wahlkampf zu führen. "Er muss jetzt liefern und sagen, was er konkret verbessern will. Was bedeutet es, wenn er sagt, er möchte den ‚hart arbeitenden Menschen helfen'?", fragte er. Halte die SPD weiter an der Agenda 2010 fest, habe sie keine Chance.

Zwar beflügele die Nominierung aktuell die SPD , doch zählten die Antworten auf die Fragen der Zukunft stärker als die Frage, welche Persönlichkeit der Kandidat habe, sagte CDU-Fraktionschef Tobias Hans : "Wir sehen das mit sehr großer Gelassenheit." Die Grünen nannten die Nominierung von Schulz "taktisch gut". Man müsse abwarten, ob sich dadurch eine Alternative zur großen Koalition eröffne. Schulz müsse sich zunächst zur Energiewende zu und ökologischen Themen positionieren. Die Piraten lobten Schulz' Arbeit im EU-Parlament. Der Wunsch nach Veränderung sei in der SPD groß, mit Schulz könne die politische Trendwende kommen.