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„Es rumort in der Partei“: Saar-AfD wählt neuen Vorstand - Kampfkandidaturen zeichnen sich ab

„Es rumort in der Partei“ : Saar-AfD wählt neuen Vorstand - Kampfkandidaturen zeichnen sich ab

Darum verspricht der Landesparteitag der Saar-AfD an diesem Samstag (24. Juni) Spannung.

Bei der Neuwahl des Vorstandes zeichnen sich eine Reihe von Kampfabstimmungen ab: Neben Amtsinhaber Josef Dörr (78) will der Rechtsanwalt Christian Wirth (54) Landesvorsitzender werden. Auch bei anderen Vorstandsposten wolle die Gruppe um Wirth eigene Kandidaten ins Rennen schicken, kündigte Wirth in Blieskastel an. Zum Landesparteitag in Völklingen werden dann knapp 80 Delegierte erwartet.

„Es rumort in der Partei“, sagte Wirth. Seiner Ansicht nach gibt es zwei Auffassungen in der AfD: „Eine sind die Anhänger von Dörr und dem Vorstand, die einen sehr patriarchalischen Führungsstil haben. Der andere Flügel, dem ich angehöre, will mehr Basisdemokratie.“ Er sei für Mitgliederparteitage, in denen sich Interessierte besser einbringen könnten.

Wer von seiner Seite für den Posten des Vize und andere Ämter kandidiere, sei noch nicht entschieden, sagte Wirth. Es gebe mehrere Interessenten. „Wir wollen jede Position besetzen. Aber wir wissen, es wird keine leichte Aufgabe.“

Nach Angaben des Dörr-Vertrauten und Beisitzers Rolf Müller tritt für den Posten des stellvertretenden Landesvorsitzenden erneut Lutz Hecker an. „Ich bin sehr optimistisch, dass das alte Team weitermacht“, sagte Müller. Da viele Aussprachen geplant sind, hat die AfD für ihren Parteitag sicherheitshalber auch den Sonntag mit eingeplant.

Wirth, Präsident des Landesschiedsgerichts seiner Partei im Saarland, hatte im April bei der Aufstellung des Spitzenkandidaten der Saar-AfD für die Bundestagswahl gegen Dörrs Sohn Michel verloren - diese Abstimmung muss aber wegen eines Formfehlers voraussichtlich am 2. Juli wiederholt werden. Da wird es eine Mitgliederversammlung geben. „Da trete ich auf jeden Fall auch wieder an“, sagte Wirth. Auch Michel Dörr werde erneut ins Rennen gehen, sagte Müller.