Rote Eier, Lamm und Politik

Es ist schon eine Tradition, dass die Deutsch-Griechische Gesellschaft in Saarbrücken jedes Jahr ein griechisches Osterfest ausrichtet. In diesem Jahr stand das Fest ganz im Zeichen der Solidarität.

Saarbrücken. Später als die römisch-katholische und die evangelische Kirche feiert die griechisch-orthodoxe Kirche ihr Osterfest. "Dies hängt damit zusammen, dass die griechisch-orthodoxe Kirche am Julianischen Kalender festhält und nicht den Gregorianischen Kalender zugrunde legt", erklärt Euthymia Graßmann-Gratsia, die Vorsitzende der Deutsch-Griechischen Gesellschaft Saar (DGGS). In diesem Jahr liegt das griechisch-orthodoxe Osterfest eine Woche später als das in Deutschland übliche Ostern, und so wurde am Sonntag in der DGGS-Begegnungsstätte am Ilseplatz gefeiert. Selbstverständlich war dabei auch die Eurokrise ein Thema, und Graßmann-Gratsia, eine gebürtige Athenerin, bemühte dabei einen biblischen Vergleich: "Ich glaube, dass nach Golgota die Auferstehung kommt." Derzeit gelte es aber, den Griechen zu helfen und zwar mit Spenden, welche die DGGS sammelt. "Nach dem Arbeitslosengeld kommt für die Griechen nichts, auch kein Hartz IV, dann müssen die Familien für sie einstehen", berichtet sie. Die DGGS will vor allem Kindern, Rentnern und Kranken helfen. "Allein in Athen gibt es 25 000 Obdachlose", weiß Bezirksbürgermeisterin Christa Piper. Sie warb ebenfalls dafür, die Griechen zu unterstützen. Und dabei vielleicht das Gute mit dem Angenehmen zu verbinden und den Urlaub im Land der Hellenen zu verbringen. Ihr Bezirksrat unterstütze die DGGS bereits seit Jahren, so auch beim diesjährigen Osterfest. Regionalverbandsdirektor Peter Gillo hatte die Schirmherrschaft übernommen. Er meinte: "Auf beiden Seiten wurden Fehler und törichte Äußerungen gemacht." Jetzt sei es aber wichtig, den Griechen zu helfen. Er könne bei ihnen inzwischen einen Sparwillen erkennen. Jedoch dürften beim Sparen Wirtschaft und Konjunktur in Griechenland nicht abgewürgt werden.Nach alter Tradition wurden beim griechischen Osterfest zwei Lämmer am Spieß gebraten. Für die Gäste gab es rote Eier als Geschenke. Griechische Musik gab es auch. Kostas Antoniadis und seine Gruppe sorgten für stilechten Bouzouki und andere südländische Klänge. Und weil auch noch das Wetter mitspielte, war das griechisch-orthodoxe Osterfest der DGGS richtig gut besucht. "Allein in Athen

gibt es 25 000 Obdachlose."

Bezirksbürgermeisterin

Christa Piper