Reizvoll dank falscher Töne und schräger Performance

Saarbrücken. "Der liebe Gott" war Thema der letzten "Direktmusik" in der Sparte 4 in diesem Jahr. Vorm Weltuntergang schnell noch mal in sich gehen? Ob's deshalb ausverkauft war? Wohl kaum

Saarbrücken. "Der liebe Gott" war Thema der letzten "Direktmusik" in der Sparte 4 in diesem Jahr. Vorm Weltuntergang schnell noch mal in sich gehen? Ob's deshalb ausverkauft war? Wohl kaum. Der Reiz des Formats liegt vielmehr darin, wie - unter billigender Inkaufnahme unfreiwilliger Schrägheit, falscher Töne und unausgereifter oder exaltierter Performances - bekanntes Liedgut umgekrempelt wird. Coverversionen, die dem munter frotzelnden Moderatorenpaar Holger Schröder (Schauspieldramaturg) und Sparte 4-Chef Christoph Diem am Donnerstag Kommentare wie "Schweine-Blues" oder "italienischer Schweineporno" entlockten.Zur Hauskapelle, den "Jojo Achims" alias Achim Schneider (Keyboard), Billy Trebing (Schlagzeug) und Jochen Lauer (Bass), gesellten sich diesmal neben Gesangssolisten aus dem Schauspielensemble auch junge Leute, die Hospitanzen absolvieren oder im Schließ- und Thekendienst arbeiten. Darunter Nachwuchs mit erfreulichem Potenzial, so die Geschwister Dénise und Eva Rixecker oder Sarah Kempf mit Titeln von Madonna, Depeche Mode und Cat Power. Derweil wandelten die Profis Heiner Take und Klaus Müller-Beck expressiv auf den Spuren von Rolling Stones und Ideal, während Klaus Meininger auszog, um das Publikum mit seiner Gebets-Version des Volkslieds "Weißt Du, wie viel Sternlein stehen" das Fürchten zu lehren. Und wann sonst hört man "Ihr Kinderlein kommet", "Oh du fröhliche" und Janis Joplins "Mercedes Benz" als dreifaltigen Kanon, dargeboten von Christiane Motter, Dorothea Lata oder Gertrud Kohl? kek

Mehr von Saarbrücker Zeitung