„Reinbeißen und lernen“

Der 1. FC Saarbrücken II hat in dieser Oberliga-Saison zahlreiche A-Jugendliche in den Reihen. Im Gegensatz zur Borussia Neunkirchen, die mit vielen erfahrenen Spielern überzeugt. Am Sonntag treffen die beiden Teams aufeinander.

Das erste Derby in der diesjährigen Saison der Fußball-Oberliga hat die U 23 des 1. FC Saarbrücken vor einer Woche gegen die SV Elversberg II mit 0:2 verloren. Morgen steht bereits das nächste Duell gegen einen Saarverein an. Borussia Neunkirchen ist um 15 Uhr zu Gast auf dem Kunstrasen am FC-Sportfeld.

Die Neunkircher kommen mit viel Selbstvertrauen nach Saarbrücken - denn im vergangenen Spiel schossen die Borussen den SV Gonsenheim mit 7:0 aus dem Ellenfeld-Stadion und rückten auf den fünften Platz vor. "Borussia Neunkirchen wird sicher auch am Saisonende unter den ersten Fünf stehen", sagt FCS-Trainer Bernd Eichmann mit Respekt.

Neunkirchens neuer Trainer Daniel Paulus soll den Traditionsverein zurück in die Regionalliga führen. Um dieses Ziel zu verwirklichen, haben die Gäste mit Andreas Backmann und Andreas Haas vor der Saison unter anderem zwei ehemalige FCS-Spieler verpflichtet. Vor allem Haas hat bisher alle Erwartungen erfüllt und führt mit fünf Treffern aus vier Spielen gemeinsam mit Wiesbachs Björn Recktenwald die Torschützenliste der Oberliga an. Allein beim Kantersieg gegen Gonsenheim gelangen ihm drei Tore. Auch sein Teamkollege Jens Kirchen traf am vergangenen Samstag dreifach.

Die Frage ist, wie der FCS dieser geballten fußballerischen Qualität entgegentreten will. "Wir müssen uns gemeinsam in das Spiel reinbeißen und im Spiel lernen", sagt Eichmann. Denn über die Oberliga-Erfahrung wie Borussia Neunkirchen verfügt seine Mannschaft nicht. Zehn Spieler in Eichmanns Kader könnten noch A-Jugend spielen. Dem gegenüber stehen mit Julian Fricker, Roman Hanschitz und Martin Forkel lediglich drei erfahrene Akteure, die die Jungen in ihrer Entwicklung unterstützen sollen. Der Saisonstart mit zwei Siegen und einem Unentschieden aus vier Partien war zwar vielversprechend, doch Eichmann warnt: "Wir sollten uns von dem guten Start nicht blenden lassen. Wir brauchen jeden Punkt, um den Abstieg zu vermeiden."

Ein weiterer Hoffnungsschimmer ist die Geschlossenheit, mit der U 23 bisher auftrat. Die Chemie innerhalb des Teams ist gut und auch das Verhältnis zwischen den beiden Aktivenmannschaften wirkt deutlich entspannter als in der vergangenen Saison. "Der Unterschied ist schon extrem. In der letzten Saison war die Stimmung auf dem Trainingsplatz schon oft gereizt. Im Moment kommen wir alle super miteinander aus und helfen uns gegenseitig", erzählt Mittelfeldspieler Luca Vella, der in der Vorsaison seine ersten Spiele für die zweite Mannschaft des FCS bestritt.

Dass dieses "Wir"-Gefühl in engen Spielen den Unterschied ausmachen kann, hat die deutsche Nationalmannschaft bei ihrem Weltmeistertitel in Brasilien eindrucksvoll bewiesen. Auch beim FCS besteht die Hoffnung, dass die Mannschaft gemeinsam gegen Neunkirchen bestehen kann und dass das zweite Derby innerhalb einer Woche erfolgreicher zu Ende geht als die Partie vor einer Woche an der Kaiserlinde.