Reims Traum geht in Erfüllung

Ella Reim hat sich im vergangenen Juni den deutschen Meister-Titel geschnappt. Nach dem Triumph träumte die 15-Jährige davon, im Nationaltrikot fahren zu dürfen. An diesem Wochenende ist es in Hamburg so weit.

Im Juni ruderte Ella Reim nach einer fast perfekten Saison, in der sie bis auf ein Rennen alle gewinnen konnte, in der Klasse U 17 zum deutschen Meister-Titel im Einer. Für die 15 Jahre alte Saarbrückerin, die seit Beginn des Schuljahres das Rotenbühl-Gymnasium in Saarbrücken besucht, geht nun ein Traum in Erfüllung: Sie startet am Wochenende für Deutschland.

Reim war von der Gesamtschule Bellevue in den Sport-Zweig der "Eliteschule des Sports" gewechselt, um sich auf ihre Ruderkarriere konzentrieren zu können. Jan Strempel, Trainer beim RV Saar, sagt: "Wir versuchen, dass, wenn andere Schüler normalen Sportunterricht haben, Ella zu uns trainieren kommen kann." Reim fand den Weg zum Rudern 2012. "Früher habe ich geturnt, doch für das Turnen war ich irgendwann zu groß", erinnert sich die 1,75 Meter große Schülerin: "Rudern habe ich zum ersten Mal bei den Olympischen Spielen in London gesehen. Dann habe ich mir gedacht: Das versuche ich einfach Mal." Seitdem findet ihr Leben zum Großteil an der Saar statt.

Trainiert wird sechs Mal pro Woche. In einer Einheit werden Entfernungen von bis zu 20 Kilometern abgespult. "Im Trainingslager trainieren wir sogar bis zu 16 Mal in der Woche", erzählt Reim, deren Freizeit überschaubar ist. "Meistens komme ich von der Schule direkt hierher und mache meine Hausaufgaben", beschreibt sie ihren Alltag zwischen Schule und Ruder-Club: "Irgendwann wird Rudern zur Freizeit. Aber das ist gar nicht schlimm. Wir sind alle gut miteinander befreundet. Das ist wie eine zweite Familie."

Strempel hält viel von der 15-Jährigen. "Ella arbeitet sehr selbstständig, ist sehr gut organisiert und ehrgeizig. Sie hat ein tolles Bootsgefühl und ist technisch ganz weit", lobt er seinen Schützling, der nach dem Titelgewinn bei der deutschen Meisterschaft in Hamburg davon träumte, "irgendwann ein Deutschland-Trikot zu tragen". Der Traum geht an gleicher Stelle beim Baltic-Cup am kommenden Samstag und Sonntag in Erfüllung.

In Hamburg schlüpft Reim erstmals ins Nationaltrikot. Sie fährt mit drei weiteren Talenten in einem von zwei deutschen Vierern. Gegen Teilnehmer aus Norwegen, Polen, Dänemark, Estland, Litauen und Schweden und Deutschland II nimmt das Quartett morgen an der Regatta über 2000 Meter und am Sonntag an einem Sprint über 500 Meter teil.