Reges Treiben in allen Fluren

Die Johannes-Schule in Bildstock – eine staatlich anerkannte Waldorfschule für Lern- und Erziehungshilfe – hatte interessierte Menschen in ihre Räumlichkeiten eingeladen. Hier kam man mit Lehrern ins Gespräch und erfuhr so einiges über das Konzept der Einrichtung.

In dem kleinen gemütlichen Elterncafé in der unteren Etage ist ganz schön was los. Es riecht nach frischem Kaffee und Kuchen. Hier ist Ralf Müller im Einsatz. Er gehört dem Elternbeirat der Johannes-Schule in Bildstock an. In allen Fluren ist reges Treiben. Am Samstag hatte die "blaue Schule", wie sie wegen ihres farblichen Anstrichs auch genannt wird, ihre Türen geöffnet. "Besondere Schule - besonderes Kind" lautete das Motto. Die Bildungseinrichtung ist eine staatlich anerkannte Waldorfschule für Lern- und Erziehungshilfe. Hier werden Kinder und Jugendliche unterrichtet, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben. Die Schulzeit beträgt zwölf Jahre, gliedert sich in Unter-, Mittel- und Oberstufe.

"Zurzeit besuchen 122 Mädchen und Jungs unsere Schule", erklärte Geschäftsführerin Nicole Nauerz. Sie werden von 30 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. Die 54-Jährige aus Quierschied ist seit zwei Jahren in diesem Amt. An der Schule in Bildstock arbeitet sie schon seit 1998. Zuletzt war sie Assistentin der Geschäftsführung. "Bei einer Gesamtkapazität von 130 Schülern sind wir sehr gut ausgelastet", so Nauerz. Mit der Resonanz zu diesem besonderen Tag an ihrer Schule zeigte sich die Geschäftsführerin sehr zufrieden. "Es sind viele neue Gesichter unter den zahlreichen Besuchern", sagte sie.

Seit acht Jahren geht Delia, die Tochter von Ralf Müller, auf die Johannes-Schule. "Sie kommt jetzt in die Oberstufe", erzählte der Sulzbacher. Seine Tochter habe hier viel gelernt, wolle auch den Hauptschulabschluss machen. Auf die Johannes-Schule seien er und seine Frau Andrea von einer Lehrerin aufmerksam gemacht worden, blickte Ralf Müller zurück und betonte: "Unsere Tochter hat sich hier sehr schnell wohlgefühlt." Sehr zufrieden zeigte sich der Vater mit den Lehrern: "Sie geben sich alle große Mühe, um den Kindern was beizubringen."

Die Lerninhalte des Hauptunterrichtes werden an der Waldorfschule in Epochen erteilt, der Fachunterricht (Musik, Fremdsprachen, Eurythmie, Handarbeit, Gartenbau, Religion und Werken) ist durchgängig. Dazu kommen Stunden in Schreiben und Rechnen. Die Klassen haben eine angestrebte Größe von 14 Kindern. Jedes Kind wird nach seinen individuellen Anlagen entsprechend zu größtmöglicher Selbstständigkeit, Selbstverantwortung und der Möglichkeit zur Selbstbestimmung geführt. Großen Wert legt die Schule auf den Erwerb sozialer Kompetenzen.

Seit zwei Jahren gibt es an der Johannes-Schule eine Waldklasse. Hier wird versucht, junge Leute wieder in die Schule zurückzuführen. Im Wald hätten die Jugendlichen den Freiraum, den sie bräuchten, erklärte Nicole Nauerz. Ein umgebauter Bauwagen diene als Unterrichtssaal. Ein besonderer Ort in der Schule ist die sogenannte Insel. Hier können die Schülerinnen und Schüler eine kurze Auszeit vom Unterricht nehmen.

Am Samstag hatten Eltern die Gelegenheit, sich einen Überblick über die Arbeit an der Johannes-Schule zu machen. In der Einrichtung gibt es seit 2005 übrigens auch eine Nachmittagsbetreuung. Nach Angaben von Geschäftsführerin Nicole Nauerz nutzen zurzeit 40 Kinder diese Freiwillige Ganztagsschule.