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Referendarstellen: Ministerium weist Grünen-Kritik zurück

Referendarstellen: Ministerium weist Grünen-Kritik zurück

Das Kultusministerium hat die Kritik der Grünen an den Streichungen von Referendarstellen zurückgewiesen. Der Stellenabbau sei die logische Folge der Verkürzung der Ausbildungszeit von 24 auf 18 Monate.

"Dadurch benötigt man logischerweise weniger Stellen, um die gleiche Kapazität an Lehrern auszubilden", erklärte gestern Bildungsstaatssekretärin Andrea Becker (SPD ). 140 Referendarstellen (20 Prozent) wurden im Saarland in den vergangenen zwei Jahren abgebaut. Der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Klaus Kessler hatte die Kürzungen als "völlig falsches Signal" kritisiert und die Landesregierung aufgefordert, sie zurückzunehmen. Kessler selbst habe während seiner Amtszeit als Bildungsminister die Verkürzung des Referendariats und damit die Anpassung der Stellen vorbereitet, konterte Becker. "Seine Kritik ist deshalb scheinheilig."

Vor dem Hintergrund der Inklusion monierten die Grünen insbesondere die Streichung von 23 Stellen in der Sonderpädagogik. Diese sei die Folge einer bundesweiten Entwicklung, erklärte das Bildungsministerium: Es gebe schlicht zu wenig Bewerber im Förderschulbereich. Daher seien diese Stellen in sechs Lehrerstellen für die Gemeinschaftsschulen umgewandelt worden.

Der Saarländische Lehrerverband (SLLV) forderte, gerade im Bereich Förderschulen mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. Sie würden für die Inklusion dringend gebraucht.