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Realismus statt Wunschdenken – Herrensohr empfängt FCS im Pokal

MarcHümbert
MarcHümbert
Saarbrücken. In der fünften Runde des Saarlandpokals trifft Fußball-Verbandsligist TuS Herrensohr morgen auf Regionalliga-Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken. Für den TuS ist es trotz der schweren Aufgabe das absolute Traumlos. fess

Der Tabellenführer der Verbandsliga Südwest, der TuS Herrensohr, hat in der fünften Runde des Fußball-Saarlandpokals das große Los gezogen. Morgen um 19 Uhr gastiert der Regionalliga-Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken in der 2400-Seelengemeinde. Doch das attraktivste Los stellt die wohl am schwierigsten zu lösende Aufgabe dar. "Für uns ist das Spiel ein Bonbon, ein Bonusspiel, das sich die Mannschaft durch die späten Siegtore in den vorangegangenen Pokalrunden verdient hat", sagt TuS-Trainer Eric Ternes. Gegen den FC Brotdorf (2:1) schoss Herrensohr zuletzt erst in den Schlussminuten den entscheidenden Treffer für das Weiterkommen.

Nach der anschließenden Auslosung gab es nur noch ein Thema. "Wir wissen natürlich, dass die Chancen verschwindend gering sind, trotzdem brennen wir seit dem Tag der Auslosung auf dieses Spiel", sagt TuS-Akteur Filip Milic. Ständig sei das Spiel des Jahres das Thema innerhalb der Mannschaft. Doch der Trainer stellt klar, wo die eigentlichen Prioritäten liegen. "Wir haben davor und danach ganz wichtige Spiele in der Liga. Wir wollen nach dieser Saison hoch in die Saarlandliga", sagt Ternes.

Seit elf Spielen ist Herrensohr ungeschlagen - entsprechend selbstbewusst gibt sich das Team, das mit Spielern blau-schwarzer Vergangenheit gespickt ist. "Wir haben mit Marc Hümbert, Fabian Seel oder Florian Weber Spieler, die auch schon in höheren Ligen Erfahrung gesammelt haben, die sich zu unserem Glück aber beruflich umorientiert haben", sagt Ternes. Am längsten trug Marc Hümbert das FCS-Trikot. Zwölf Jahre schnürte er die Fußballschuhe für den Traditionsverein. "Für mich ist das Spiel natürlich was ganz Besonderes, ich habe noch nie gegen die erste Mannschaft gespielt. Schade nur, dass ich durch den Umbruch beim FCS fast keine Spieler mehr kenne", sagt Hümbert, der vor der Saison von Röchling Völklingen zu Herrensohr kam. "Wir wollen uns anständig verkaufen. Aber es muss schon gar nichts gehen bei Saarbrücken an diesem Tag, und sonst muss alles passen", sagt er.

"Wir müssen mehr laufen und versuchen, lange die Null zu halten und zum Beispiel über eine Standardsituation zum Erfolg zu kommen", sagt der Trainer. Einer, der sich mit Pokalsensationen auskennt, ist Filip Milic. In seiner Vergangenheit beim SV Saar 05 Jugend schmiss er gleich zwei Mal den Regionalligisten SV Elversberg raus. "Da habe ich vielleicht einen gewissen Erfahrungswert, aber es muss schon alles zusammenkommen", sagt er. Mit Saar 05 scheiterte er 2012 erst im Pokal-Halbfinale - mit 0:3 gegen den FCS.

Der kleine Sportplatz kurz vor den Toren Dudweilers wird morgen prall gefüllt sein, wenn der FCS zum nicht alltäglichen Stadtderby anreist. "Wir haben nichts zu verlieren, können locker in das Spiel gehen. Sie werden wohl 70 bis 80 Prozent Ballbesitz haben. Wir werden reagieren und versuchen, nicht ins offene Messer zu laufen", sagt Hümbert.

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