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Raus aus der Einsamkeit

Der SZ-Ältestenrat diskutierte am Montag im Casino der Saarbrücker Zeitung über Vereinsamung im Alter. Foto: Iris Maurer
Der SZ-Ältestenrat diskutierte am Montag im Casino der Saarbrücker Zeitung über Vereinsamung im Alter. Foto: Iris Maurer FOTO: Iris Maurer
Saarbrücken. Immer mehr Menschen vereinsamen im Alter. Doch gerade in der Stadt sind die Betroffenen nur schwer zu erreichen. Auch deshalb hat der SZ-Ältestenrat am Montag über Wege aus der Einsamkeit diskutiert. Von SZ-RedaktionsmitgliedJanek Böffel

"Das große Problem ist, dass Vereinsamung im Alter immer noch tabuisiert wird", sagt Anna-Luise Hossfeld-Umlauf. Aber gerade deshalb sei es notwendig, dass sich der Ältestenrat der Saarbrücker Zeitung damit beschäftige. "Wir wollen diesmal selbst über das Thema sprechen", erklärt Rüdiger Kaldewey. Und so hatte sich der Rat, nicht wie sonst üblich, Experten eingeladen, sondern jedes Mitglied brachte seine ganz eigenen Erfahrungen mit Vereinsamung ein. Es seien oft die kleinen Dinge, die sich summieren. Die schmale Rente, die kaum noch große Sprünge erlaubt, oder auch die die ersten Gebrechen. Vereinsamung kommt nicht von heute auf morgen. "Seit ich den Rollator habe, gehe ich kaum noch zu Veranstaltungen, die abends stattfinden. Ich fühle mich einfach nicht mehr sicher", sagt Marianne Tausend.

Und doch wissen sie alle, dass es ihnen noch recht gut geht. Sie haben ihre sozialen Kontakte, sie gehören zu den Aktivsten ihrer Generation. "Viele finden aber nicht den Draht nach außen oder den Mut, sich zu melden", sagt Hildegard Redicker. Diese Menschen gelte es zu erreichen, und aus ihrer Vereinsamung zu holen. "Aber die Frage ist natürlich wie?", sagt Inge Schwarz. In dörflich geprägten Gebieten wie Bischmisheim oder auch in St. Arnual funktionierten die sozialen Netze aus Kirche und Vereinen noch, doch wem diese Netze in jüngeren Jahren fehlen, der werde später immer schwerer aufgefangen. "Vielleicht wäre es hier möglich, noch ein bisschen stärker mit Ehrenamtlichen zu arbeiten, die die Menschen zuhause besuchen", schlägt Marietta Moser vor. Und das Problem werde größer, mahnt Hossfeld-Umlauf: "Die Frage wird bei der jüngeren Generation noch dringlicher sein als bei uns." Also höchste Zeit, darüber nachzudenken.



Zum Thema:

Auf einen BlickIm SZ-Ältestenrat diskutierten Heribert Bernardy, Ruth Budich, Axel Egler, Günther Ersfeld, Manfred Fuhrmann, Anna-Luise Hossfeld-Umlauf, Rüdiger Kaldewey, Ulla Karch, Werner Kirsch, Carola Kleinbauer, Anneliese Mathis, Marietta Moser, Lore Müller, Ingrid Pallu, Hildegard Redicker, Gisela Reimers, Inge Schwarz, Marianne Tausend. jbö