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Radler-Lobby rügt die Stadtplaner

Saarbrücken. "Enttäuschend": So bewertet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) die Pläne für den Umbau der Berliner Promenade. Anlass für die Kritik: Die Bürger können sich diese Pläne gerade im Stadtplanungsamt ansehen. Der ADFC sagt, die untere Berliner Promenade sei als Teil des Leinpfades wichtig im Saarbrücker Radroutennetz

Saarbrücken. "Enttäuschend": So bewertet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) die Pläne für den Umbau der Berliner Promenade. Anlass für die Kritik: Die Bürger können sich diese Pläne gerade im Stadtplanungsamt ansehen. Der ADFC sagt, die untere Berliner Promenade sei als Teil des Leinpfades wichtig im Saarbrücker Radroutennetz. Doch sie sei verkommen: Falsch geparkte Autos und die Parkplatzsucher erschwerten ein gefahrloses Durchkommen. Deshalb habe der ADFC sich viel vom geplanten Umbau der oberen und der unteren Promenade versprochen. Die ersten Pläne hätten vielversprechend ausgesehen. Umso enttäuschender sei der vorliegende Plan. Wichtige Teile der ursprünglichen Planung für den Radverkehr seien nicht in den vorliegenden Plan übernommen worden. Sollte nicht entscheidend nachgebessert werden, verschlechtere sich die Lage an der neuen Berliner Promenade für die Radfahrer.



Der Bebauungsplan lasse jede Möglichkeit für einen besseren Fahrradverkehr außer acht. Das Wort Fahrrad komme praktisch nicht vor. Die Wege für Radler zwischen Bahnhofstraße und unterer Berliner Promenade über Schifferstraße und Ufergasse seien gestrichen. Außerdem fehlten Vorkehrungen gegen Falschparker unter der Promenade und die wirksame Trennung zwischen Fahrbahn und dem für den Radverkehr freizugebenden Uferweg.

Der ADFC empfiehlt eine Rampe oder eine stufenlose Spirale als Verbindung zwischen Bahnhofstraße und unterer Berliner Promenade. In den überdachten Bereichen von Schifferstraße, Am Steg und Ufergasse sollten Abstellanlagen für Fahrräder installiert und die Busspur auf der Viktoriastraße für den Radverkehr geöffnet werden.

Zudem solle die untere Berliner Promenade zur Fahrradstraße werden. Dort hätten Fahrräder ein Vorrecht gegenüber Autos. Die Stadt könne damit zeigen, dass sie es erst meint mit dem Ziel, den Radverkehrsanteil auf mindestens zehn Prozent zu steigern.

Den Bebauungsplan gelte es zu überarbeiten, da er die Belange des Radverkehrs "nicht oder nur unzureichend berücksichtigt". Die Saarbrücker Planer hätten die Bedürfnisse der Radfahrer immer noch nicht in den Köpfen. red