Radio-Tatort von Madeleine Giese: Wer tötete den Bordell-Besucher?

Radio-Tatort von Madeleine Giese: Wer tötete den Bordell-Besucher?

Nächste Woche wird „Aladins Wunderlampe“, der neue Radio-Tatort der SR-Hörspielredaktion, erstmals gesendet. Vorab gab es eine öffentliche Hör-Perspektive, in der Autorin Madeleine Giese mit Hörern diskutierte.

Der Bauunternehmer Hannes Busch wird tot in seiner Werkstatt gefunden. Verbrannt. Die Tür war verschlossen. Für die Saarlouiser Kommissare Michel Paquet und Amelie Gentner ist schnell klar: Das war Mord! Doch wer war's? Einer seiner beiden Söhne? Die Ehefrau? Ein Lothringer Architekt? Oder gar der Betreiber des Großbordells, mit dem sich Busch, der Stammkunde, gestritten hatte?

Mitten ins Saarbrücker Rotlicht-Milieu führt uns der neueste Radio-Tatort "Aladins Wunderlampe". Am 3. November wird das von SR2-Kulturradio produzierte Hörspiel erstmals gesendet. Rund 20 Neugierige nutzten jetzt die Möglichkeit, es in der Saarbrücker Frauengenderbibliothek schon mal vorab zu hören und mit der Autorin Madeleine Giese und der SR-Hörspielredaktion zu diskutieren.

"Man ist sofort drin", versprach Hörspielchefin Anette Kührmeyer vorweg - und damit nicht zu viel. 55 kurzweilige Minuten reich an Dialogen, mit Atmosphäre und auch Spannung, denn der Mord erweist sich als komplizierter als vermutet. Wie kam Giese auf das Thema Prostitution ? Für die Radio-Tatorte suche man immer nach einem Sujet, das gesellschaftlich wichtig sei, bezogen auf die Region aber auch darüber hinaus, erläuterte die aus Lebach stammende Autorin im anschließenden Gespräch. Als sie vor einem Jahr hörte, dass ausgerechnet "ihr" Saarland ein Mekka der Bordelle sein soll, fand sie das "gruselig" und begann sich zu informieren. Doch warum immer nur die Prostituierten selbst in den Fokus rücken? Giese entschied sich, die Perspektive zu drehen und Freier, ihre Familienangehörigen und auch Männer, die gegen Prostitution sind, mit ihren Ansichten und Einstellungen zu Wort kommen zu lassen. Ein ziemlich militanter Gegner ist im Hörspiel etwa der unter Verdacht stehende Lothringer, ein Mitglied der Vereinigung "Mec contre la prostitution (Männer gegen Prostitution )". Die gibt es, nur unter anderem Namen, auch in Wirklichkeit, bekräftigte Giese - und trägt so nebenbei vielleicht noch dazu bei, das man "die" Franzosen mal etwas differenzierter betrachtet.

"Aladins Wunderlampe" wird am 3. November, 20.04 Uhr, und am Sonntag, 6. November, 17.04 Uhr, auf SR2-Kulturradio gesendet und ist danach auch online abrufbar.

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