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Qualm quoll aus dem dritten StockDie runden kleinen Lebensretter an der Decke

Qualm quoll aus dem dritten StockDie runden kleinen Lebensretter an der Decke

Saarbrücken. Burbach, Hochstraße. Es ist die Nacht zum Dienstag. Meterhohe Flammen aus einem Fenster im dritten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses lassen die heranrasenden Polizisten das Schlimmste befürchten. Menschen schreien um Hilfe. Bei der Feuerwehr sind schon mehrere Notrufe eingegangen. Schon lecken die Flammen nach dem Stockwerk über dem Brandort

Saarbrücken. Burbach, Hochstraße. Es ist die Nacht zum Dienstag. Meterhohe Flammen aus einem Fenster im dritten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses lassen die heranrasenden Polizisten das Schlimmste befürchten. Menschen schreien um Hilfe.

Bei der Feuerwehr sind schon mehrere Notrufe eingegangen. Schon lecken die Flammen nach dem Stockwerk über dem Brandort. Selbst die angebauten Nachbarhäuser sind in Gefahr. Beide Löschzüge der Berufsfeuerwehr donnern heran. Männer springen aus den roten Autos. Sofort legen die Retter los, retten zwei Menschen über die Drehleitern. Rettungssanitäter schauen nach den geschockten Bewohnern. Die scheinen aber wohlauf zu sein. Durch das verqualmte Treppenhaus wären sie nicht mehr ins Freie gelangt.

Inzwischen klärt die Polizei per Funk, wie viele Menschen im Haus gemeldet sind. Die Feuerwehr durchsucht es Stockwerk für Stockwerk. Mit Atemschutz kämpft sich die Berufsfeuerwehr zum Brandort vor und löscht das Feuer.

Polizeisprecher Georg Himbert zufolge gelingt das schnell. Alle acht Bewohner des Hauses seien in Sicherheit gebracht worden. Verletzte habe es nicht gegeben. Der Brand sei um 1.10 Uhr gemeldet worden. Nach dem Löschen sei das Haus dann nochmals durchsucht worden.

Die Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen war, sei zerstört, die Etage darüber nicht bewohnbar. Zur Höhe des Schadens habe er noch keine Informationen, doch die Ursache sei ermittelt. Demnach habe ein Unbekannter Möbel angezündet, die einer leeren Wohnung standen. Ein technischer Defekt sei ausgeschlossen. Die Polizei ermittle daher wegen schwerer Brandstiftung.

Am Dienstag sichern die Brandermittler noch Spuren in der verwüsteten Wohnung.

Der große Einsatz in Burbach ist der stressige Höhepunkt einer anstrengenden Nacht für die Feuerwehr. Denn zuvor hat in Dudweiler ein Gartenhaus gebrannt. Und auch davor hat die Feuerwehr in der Landeshauptstadt schon mehrere kleinere Einsätze. Saarbrücken. Alptraum Wohnungsbrand: In der Scheidter Straße verwandelt sich am Donnerstag der größte Teil einer defekten Kaffeemaschine in stinkenden, dichten Qualm. Menschen werden nicht verletzt. Feuerwehr und Polizei retten vier Hunde und zwei Kaninchen. Der Schaden liegt nach ersten Schätzungen "im fünfstelligen Bereich". Am Sonntagmorgen erleidet ein zweijähriges Kind bei einem Brand in der Deutschherrnstraße eine Rauchvergiftung. Seit Beginn des Jahres rückten die Feuerwehren im Regionalverband zu 428 Bränden aus.

Das Risiko, bei einem Brand schwer verletzt zu werden oder zu sterben, lässt sich deutlich senken. Michael Theobald, Sprecher der Berufsfeuerwehr Saarbrücken, beantwortet die Frage, wie wichtig Rauchmelder in Privathaushalten sind, mit nur einem Wort: "Überlebenswichtig!". Auch Jörg Wagner, Abteilungsleiter bei den Saarland Versicherungen, kann die Geräte nur empfehlen.

"Die Zahlen sprechen für sich", sagt Theobald. Rund 600 Menschen kommen pro Jahr in Deutschland bei Bränden ums Leben. 90 Prozent davon sterben nicht an den Flammen, sondern am giftigen Rauch. Dessen Gefährlichkeit werde unterschätzt. Denn im Schlaf nehme niemand den Qualm wahr, weil auch der Geruchssinn schlafe. Schon zwei Atemzüge genügten, um vom kohlenmonoxidhaltigen Qualm bewusstlos zu werden. Deshalb forderten Brände nachts die meisten Todesopfer, obwohl 65 Prozent der Brände tagsüber ausbrechen. Dass Rauchmelder helfen, beweist Theobald mit einem Ländervergleich. In den USA gebe es Rauchmelder in 93 Prozent der Haushalte. Seit den 1970er-Jahren seien Rauchmelder in 40 Staaten vorgeschrieben. Seitdem sei die Zahl der Brandtoten um 40 Prozent gesunken. In Deutschland hätten nur 31 Prozent der Haushalte Rauchmelder. Im Saarland sind Rauchmelder seit 2004 bei Neu- und Umbauten Pflicht. Theobald sieht eine Lücke: "Was ist mit den Altbauten? Gerade diese sind aufgrund ihrer Bauweise oft anfälliger für Brände." Theobald rät: "Für einen Mindestschutz sollte mindestens ein Rauchmelder pro Etage im Flur angebracht werden. Für einen erweiterten Schutz sollten sie in allen Kinderzimmern, Schlafräumen und auf Dachböden installiert werden." "Gerade Altbauten sind aufgrund ihrer Bauweise oft anfälliger für Brände."

Feuerwehrsprecher Michael Theobald

Stichwort

 Rauchmelder sind leicht zu installieren. Foto: dpa
Rauchmelder sind leicht zu installieren. Foto: dpa

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Rauchmelder sind schon für unter 20 Euro erhältlich. Beim Kauf sollte man auf das CE-Zeichen und das Siegel des Verbandes deutscher Schadensversicherer (VdS) achten. Geräte, die nicht mit diesen Siegeln ausgestattet sind, sind nicht empfehlenswert. Die Geräte kann man problemlos selbst anbringen. Gewöhnlich muss man nur zwei Schrauben in die Wand drehen. Fragen zur Montage der Rauchmelder beantwortet die Berufsfeuerwehr, Tel. (0681) 3 0 1 01 03. Weitere Infos im Internet: www.rauchmelder-lebensretter.de. fred