| 19:13 Uhr

Private Heimbetreiber pochen auf Erhalt der Altenpflege-Ausbildung

Saarbrücken. Die Ausbildungen zum Altenpfleger, Krankenpfleger und Kinderkrankenpfleger sollen zusammengelegt werden. Das Sozialministerium will den Plan bei einer Veranstaltung erörtern – die Gegner fühlen sich im Vorfeld ausgebootet. Daniel Kirch

Eine vom Sozialministerium geplante Diskussionsveranstaltung über die Zukunft der Pflege-Ausbildung wird von massiver Kritik der privaten Pflegeheim-Betreiber begleitet. Bei der "Dialogveranstaltung" am 31. August (14.30 Uhr, Landesamt für Zentrale Dienste, Saarbrücken ) soll es um die generalistische Pflegeausbildung gehen - also die Zusammenlegung der Ausbildungsgänge von Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege, die der Bund für 2017/18 plant. "Wir sind der Meinung, dass diese Novelle konstruktiv-kritisch begleitet werden muss", schreibt das Ministerium in der Einladung.



Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) im Saarland, der die privaten Betreiber von Pflegeheimen und Pflegediensten vertritt, lehnt die generalistische Ausbildung vehement ab und will die bestehende Altenpflege-Ausbildung erhalten. Er kritisiert die Veranstaltung, weil keine Gegner der Generalistik im Podium sitzen. Die Veranstaltung werde bewusst als Werbeveranstaltung für die Generalistik durchgeführt und dabei irreführend als Dialogveranstaltung bezeichnet, lautet die Kritik . Das Angebot des bpa, einen Teilnehmer für die Veranstaltung zu benennen, habe das Sozialministerium ignoriert. "Die Gegenposition darzustellen, halten wir gerade zum jetzigen Zeitpunkt für besonders wichtig, damit nicht der Eindruck entsteht, die generalistische Pflegeausbildung sei bereits beschlossen", schrieb bpa-Landeschef Helmut Mersdorf an Sozialministerin Monika Bachmann (CDU ). Solange das Gesetz nicht beschlossen sei, müsse der Bürger die Möglichkeit haben, sich auf Basis aller Argumente eine Meinung zu bilden. Der bpa ist der Meinung, dass das Gesetz nicht so kommen wird, wie es geplant war.

Das Sozialministerium hat kein Verständnis für diese Kritik . Mit den Dialogveranstaltungen wolle man die Veränderungen, die durch die "künftige zeitgemäße generalistische Ausbildung" in den Pflegeberufen bevorstehe, mit allen Akteuren diskutieren. "So können wir sie bestmöglich auf die Änderungen vorbereiten und gemeinsam praxistaugliche Konzepte entwickeln. Wenn der bpa Kritik üben will, so muss er dies in Berlin tun", heißt es im Ministerium.