Polnisches Flair auf den Saarterrassen

Die polnische Band Dikanda überzeugte das Publikum bei ihrem Auftritt in der Kantine der Reha auf den Saarterrassen in Saarbrücken. Hermann Schell hat sich mit der Organisation des Konzerts einen Wunschtraum erfüllt.

"Es war die Mühe mehr als wert, live sind sie noch zehnmal besser als auf CD", sagt Hermann Schell und strahlt übers ganze Gesicht. Vor ihm auf der Bühne spielt Dikanda, seine Wunschband, hinter ihm tanzen und klatschen 170 Konzertbesucher begeistert mit. Und er hat es möglich gemacht: Um die preisgekrönte polnische Weltmusik-Formation einmal live zu erleben, ist der Saarbrücker unter die Konzertveranstalter gegangen und hat dieses Konzert fast im Alleingang organisiert.

Eine Rückblende: Um 19 Uhr treffen die ersten Besucher in der Kantine der Reha auf den Saarterrassen ein. "Was für ein Saal, wie hast du den denn gefunden, sieht der immer so schön aus?", fragt eine Frau und zeigt auf die bunten Regenschirme, die die Decke schmücken. Um halb acht stehen die Menschen schon Schlange vor der Kasse, wo Schells Frau und Sohn die Tickets kontrollieren. Nervös? "Nö, als der Vorverkauf bei 130 Tickets lag, war ich beruhigt", sagt Schell, der beruflich Weiterbildungsträger begutachtet.

Kurz nach acht springt er auf die Bühne, um das Publikum zu begrüßen. Locker wie ein Profi. Den Spickzettel faltet er wie Origami eher zu als auf. Die sechsköpfige Band Dikanda stellt sich auf: Drei Männer am Kontrabass, Gitarre und Percussion, drei Frauen mit Akkordeon, Geige und mal solistischem, mal dreistimmigem Gesang. Noch nie waren sie in "Salzbrücken", wie Frontfrau Anna Witczak die Stadt immer wieder nennt - "und dann so ein warmherziger Empfang!"

Gleich vom ersten Akkord nimmt Dikanda das Publikum mit durch die Klangwelten polnischer, russischer, mazedonischer, serbischer, rumänischer und bulgarischer Volksmusiktradition. Auch arabische und türkische Klangrhythmen mit Bauchtanzeinlagen gehören zu ihrem Repertoire. Die charismatische Anna liefert auf Deutsch vorab kurze Zusammenfassungen, wovon die Lieder erzählen. Dikanda scheinen die alten, traditionsreichen Lieder mit ihren modernen Arrangements wieder zum Leben zu erwecken. Schon beim zweiten Lied tanzen viele Besucher mit. Hermann Schell winkt der Menge zu, näher zur Bühne zu kommen. Um 22 Uhr, nach einer halben Stunde Zugaben, bittet Frontfrau Anna um Feierabend, um sich um ihr Baby zu kümmern. Für Dikanda war es nicht das letzte Konzert in Saarbrücken. Und vielleicht ja auch nicht für Veranstalter Hermann Schell, der am Ende von zahlreichen Zuschauern für das gelungene Konzert beglückwünscht wird.