Polizisten wechseln die Farben

Bei der Polizei werden derzeit rund 2000 Kleiderpakete geschnürt. Jeder Streifenbeamte erhält zur neuen blauen Uniform, die pro Stück 760 Euro kostet, eine Grundausstattung mit rund 50 Einzelteilen.

Foto: Oliver Dietze

Innenminister Klaus Bouillon (CDU ) verteilte gestern Komplimente: "Die neue Uniform sieht echt super aus", meinte der 67-Jährige und sprach damit nicht nur Landespolizeipräsident Norbert Rupp und dessen Stellvertreter Hugo Müller an. Beide waren im feinen Tuch der repräsentativen Uniform mit goldfarbenen Knöpfen zur offiziellen Vorstellung der blauen Dienstkleidung angetreten. "Das Bild der Polizei in der Öffentlichkeit wird sich ändern", kündigte Landespolizeipräsident Rupp an.

Die 1977 eingeführte grün-beige Uniform wird schrittweise aussortiert, zum größten Teil dann entsorgt. Blau ist die neue Farbe der Saar-Polizei. Die Beamten im operativen Geschäft, etwa auf Wachen und Verkehrsdiensten, erhalten demnächst Kleiderpakete. Die Grundausstattung umfasst insgesamt 50 Teile. Der Staat lässt sich diese funktionale Uniform, von denen 1860 bestellt sind, pro Stück rund 760 Euro kosten. Zudem wurden 140 Tuchuniformen für leitende Beamte mit repräsentativen Aufgaben (Stückpreis 1000 Euro) geliefert. Unter dem Strich kostet der Kleiderwechsel bei der Polizei nach Angaben des Innenministeriums etwa 2,2 Millionen Euro.

Bundesweit konnten sich die Länder nicht auf einheitliche Uniformen einigen. So setzt Hamburg etwa auf schwarze Dienstkleidung, die angeblich mehr Respekt vor den Ordnungshütern bringen soll. Im Südwesten der Republik sind die Polizisten künftig aber einheitlich - bis auf das Hoheitszeichen am Jackenärmel - gekleidet. Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland haben die blaue Ausstattung gemeinsam geordert, was Kosteneinsparungen durch Rabatte brachte. Zur Grundausstattung gehören bislang drei verschiedene Mützen, drei Hosen, zwölf Hemden (weiß und blau) und vier Jacken (Regen-, Strick-, Windstopper- und Winterjacke). Derzeit werden in einer Halle auf dem Polizeiareal in der Mainzer Straße in Saarbrücken die Kleiderpakete für die einzelnen Beamten gepackt. Anfang September wird dann in die Dienststellen ausgeliefert. Die alten grün-beigen Uniformen werden aber noch nicht komplett von der Bildfläche verschwinden, Kommissaranwärter tragen sie bis zum Abschluss ihres Studiums. Beamte, die demnächst in den Ruhestand gehen, werden ebenfalls nicht neu eingekleidet.

Bouillon und Rupp stellten gestern in Saarbrücken auch neue silber-blaue Streifenwagen vor (Mercedes C 220 T), von denen im Oktober 110 ausgeliefert werden, um ältere Modelle abzulösen. Die geleasten Fahrzeuge verfügen neben neuen gelben Signalsicherheitsstreifen über moderne Anhaltetechnik (rotes Blitzblinklicht und Yelp-Sirenenheulton). Zudem wurden 216 Zivilfahrzeuge und 28 Sonderfahrzeuge geordert. Die jährliche Leasingrate wird insgesamt auf 1,9 Millionen Euro beziffert. Seit 2009 hat die Polizei ihren Fuhrpark um 180 Autos reduziert.