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„Platz des Priesters ist mitten unter dem Volk“

Bischof Bernhard Sertin weihte Joachim Haupenthal 1974 im Trierer Dom zum Priester. Foto: Thöring
Bischof Bernhard Sertin weihte Joachim Haupenthal 1974 im Trierer Dom zum Priester. Foto: Thöring FOTO: Thöring
Weiskirchen. Mit einem Dankgottesdienst in der Rappweiler Jugendkirche „Mia“ begeht Pastor Haupenthal an diesem Sonntag sein Priesterjubiläum. In Weiskirchen ist der Seelsorger seit dem Jahr 2000 tätig. Ein besonderes Herzensanliegen ist ihm das Projekt Jugendkirche. Von SZ-MitarbeiterinRuth Solander

"Dienet einander, ein jeder mit der Gnadengabe, die er vom Herrn empfangen hat." Mit diesem Zitat aus dem ersten Petrusbrief (Kapitel 4, Vers 10) zeigten sieben Diakone der Öffentlichkeit ihre Priesterweihe in der Liebfrauenbasilika an. Vor 40 Jahren, am 10. Februar 1974, wurde Pastor Joachim Haupenthal, Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft Weiskirchen, zum Priester geweiht. Haupenthal wurde am 27. Februar 1948 im saarländischen Sulzbach geboren, zog 1959 nach Neuweiler und machte 1966 das Abitur am Gymnasium in Sulzbach.

In 17 Pfarrgemeinden tätig

Er begann das Studium der Theologie und Philosophie an der Universität in Trier. Von 1968 bis 1969 studierte er Theologie und Publizistik in Münster in Westfalen. 1973 wurde er von Weihbischof Alfred Kleinermeilert zum Diakon geweiht. Bischof Bernhard Stein weihte Haupenthal 1974 zum Priester. In der Pfarrei St. Bonifatius Trier-Kürenz trat der junge Priester seine Kaplanstelle an. Von 1977 bis 1979 war er Vikar in St. Josef Saarbrücken.

Mit den Pfarrverwaltungen eingerechnet war Pastor Joachim Haupenthal in 17 Pfarrgemeinden als Priester tätig. Von 1986 bis 2000 war er in der Pfarrei St. Peter und Paul in Tawern tätig, bevor er die Pfarrgemeinde und spätere Pfarreiengemeinschaft Weiskirchen übernahm. Noch heute pflegt er enge Kontakte nach Tawern. In seiner Zeit in Weiskirchen war er zeitweise Definitor des Dekanates Losheim und Pfarrverwalter der Pfarreien Britten und Waldhölzbach. Von 2004 bis Ende 2012 war er Definitor des "neuen" Dekanates Losheim-Wadern. In der Primizfeier am 3. März 1974 in seiner Heimatgemeinde in Neuweiler hielt sein Studienfreund Kaplan Manfred Lay die Festpredigt. "Er legte darin das Evangelium zugrunde und wies auf die Stellung des Priesters in der heutigen Zeit hin. Der Priester von heute stehe nicht mehr auf einem hohen Sockel, sondern sein Platz sei mitten unter dem Volk zu finden", gibt Haupenthal die Worte des Freundes wieder. Daran hat der mittlerweile "eingebürgerte" Weiskircher sich bis heute gehalten. Er ist ein Mensch, der gerne Leute trifft, interessiert am Dorfgeschehen ist und offen für Neues ist.

Kreative Ideen für die Pfarrei

So war er beispielsweise maßgeblich an dem Zustandekommen der Jugendkirche "Mia" beteiligt und hat die Neugestaltung der Pfarrkirche Rappweiler immer befürwortet. Er ist stets bemüht, Gelder für die einzelnen Pfarreien zusammenzutrommeln und hat dabei immer neue Ideen. So verkaufte er seit der ersten Auflage vor knapp drei Jahren 6000 Kochbücher der Pfarreiengemeinschaft Weiskirchen. Der Erlös ist für die einzelnen Pfarreien bestimmt und 1,50 Euro gehen an das Indienprojekt von Pfarrer Braun.

Die Hobbys von Pastor Joachim Haupenthal sind Schreiben, Fotografieren, Wein, Musik, Fußball, Skat und Dully. Er war 30 Jahre freier Mitarbeiter beim Bistumsblatt "Paulinus" und freier Mitarbeiter bei verschiedenen Tageszeitungen wie der Saarbrücker Landeszeitung, der Saarbrücker Allgemeinen, der Saarbrücker Zeitung oder dem Trierischen Volksfreund.

Er hat über 700 Kindergeschichten im Kinderpaulinus geschrieben und ist Autor der Bücher "Das Mäuseroulett" und "Eine Pinnwand für den lieben Gott".

Außerdem hat Haupenthal den Zöllner im "Wilderer vom Hochwald" und den Gefängniswärter in "Hochwaldwind" gespielt. Er ist Mitglied in vielen Vereinen. Auch musikalisch ist Haupenthal aktiv. Bis 1980 hat er Geige gespielt, die er vor einigen Jahren einem Jugendorchester der Weiskircher Partnergemeinde in Ungarn geschenkt hat. Er spielt Blockflöte und seit einiger Zeit auch Drehorgel. Sein Lieblingssänger ist Udo Jürgens, vor allem wegen der guten Texte, wie er sagt. Lieblingsautoren sind Pater Adalbert Seipolt, der kirchlich-kritische Bücher schreibt, sowie Ephraim Kishon und Heinrich Spoerl ("Die Feuerzangenbowle").



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Auf einen BlickIn einem Dankgottesdienst am Montag, 10. Februar, um 17.30 Uhr in der Jugendkiche "Mia" in Rappweiler-Zwalbach feiert Joachim Haupenthal seine "Rubinhochzeit" (so nennt man dieses Jubiläum bei Eheleuten). Er bedankt sich bei den Menschen für die Wegbegleitung in 40 Jahren. Die Predigt hält Prof.em. Dr.theol. Lic.phil. Prälat Wolfgang Lentzen-Deis, der vor 40 Jahren Bischofskaplan war. Im Anschluss an den Gottesdienst ist ein Umtrunk mit Imbiss. Statt eventueller Geschenke bittet Haupenthal um eine Spende für die weitere Ausgestaltung der Jugendkirche "Mia". red