Pink holt sich „Haawebraddeler“-Preis nicht ab

Die Linke macht sich für den Mindestlohn stark. Weil Gudrun Pink, Präsidentin des Hotel- und Gaststättenverbandes an der Saar, den Mindestlohn ablehnt, sollte sie den „Haawebraddeler“-Preis der Stadtratsfraktion beim Neujahrsempfang bekommen. Doch Pink kam nicht.

Wegen ihrer Kritik am Mindestlohn wollte die Linke-Stadtratsfraktion jetzt Gudrun Pink, Präsidentin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) im Saarland, eigentlich den "Haawebraddeler"-Preis überreichen. Doch Pink kam nicht in den Rathausfestsaal. In einem Brief hatte sie der Linke-Fraktion mitgeteilt, das Thema sei zu wichtig, um es zu verulken. Fraktionschefin Gabriele Ungers meinte dazu: "Sie kann sich den Preis gerne in der Fraktion abholen." Pink sollte den ungewöhnlichen Preis bekommen, weil sie beim Dehoga-Neujahrsempfang kritisiert hatte, ein Mindestlohn von 8,50 Euro verursache für die Betriebe Mehrkosten. Als Ersatzredner trat Mark Baumeister, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten im Saarland, auf. Er erinnerte Pink daran, dass es seit 2013 in der Branche für alle, die eine Ausbildung haben, bereits den Mindestlohn von 8,50 Euro gebe. Der müsse künftig zum Beispiel auch für Zimmermädchen in Hotels gelten. Nach Angaben der Linke halten sich viele Betriebe nicht an den Mindestlohn. Baumeister wies darauf hin, dass 60 Prozent der Azubis im Hotel- und Gaststättengewerbe im Saarland ihre Ausbildung abbrächen. Das liege auch an der geringen Bezahlung.

Ungers erinnerte während ihrer Rede an ihren Vorgänger als Fraktionschef, Rolf Linsler, der 2013 gestorben war: "Er hat der Partei ein Gesicht gegeben. Wir vermissen ihn." Anschließend betonte sie mit Blick auf die Kommunalwahl, die Linke habe viele wichtige Projekte in der rot-rot-grünen Stadtratskoalition angestoßen. Zu allererst nannte sie das kostenlose Mittagessen für alle Schüler an fünf Grundschulen: Weyersberg, Folsterhöhe, Dellengarten, Füllengarten und an der Turmschule in Dudweiler. Der Windelbonus entlaste Familien und Menschen, die unter Inkontinenz leiden, bei den Müllkosten. Wichtigste Aufgabe des neuen Stadtrats sei es, trotz eines Schuldenstands von 1,2 Milliarden Euro Saarbrücken weiterzuentwickeln. Ungers forderte, die Reichen stärker zu besteuern. "Wenn die Millionäre so stark wie unter Bundeskanzler Helmut Kohl belastet würden, müssten wir hier über Kürzungen nicht reden."