Pfusch-Treppe: Stadt geht in Offensive

Kaum fertig, ist die große Treppe an Saarbrückens neuer Berliner Promenade als Symbol für Pfusch am Bau in den Schlagzeilen. Stufen wackeln, weil zu wenig Mörtel drunterliegt.

Wie das passieren konnte, beschäftigt viele Bürger. Und Saarbrückens Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer. Sie machte gestern im Saarbrücker Rathaus vor Medienvertretern klar: Die Stadt zieht die Verantwortlichen zur Rechenschaft.

Und sie lässt die Treppe reparieren. Das hat schon begonnen, wird Wandel-Hoefer zufolge in zwei Abschnitten über die Bühne gehen, im nächsten Frühjahr beendet sein - und um die 100 000 Euro kosten. Das Geld sei auf jeden Fall da, weil die inzwischen insolvente Baufirma eine Vertragserfüllungsbürgschaft in dieser Höhe nachweisen musste. Noch aber steht nicht fest, wer letztlich die Summe aufbringen muss. Die Stadt wolle in einem Beweissicherungsverfahren von einem Sachverständigen ermitteln lassen, wer die Mängel an der Treppe zu verantworten hat.

Wandel-Hoefer hob hervor, es gebe ein zweistufiges Kontrollsystem für die Großbaustelle Berliner Promenade, und das habe wiederholt Fehler entdeckt und auf Kosten des Verursachers beseitigen lassen. "Sie können aber niemanden den ganzen Tag dorthin stellen", hob sie die Grenzen der Bauaufsicht hervor. Warum es zum vor Kurzem entdeckten Pfusch an der großen Treppe kam, stehe noch nicht fest. Wie gestern deutlich wurde, laufen Beweissicherungsverfahren oft darauf hinaus, dass sich die Beteiligten die Reparaturkosten teilen.

Aber egal, wie das Ganze ausgeht, die Treppe sei erst einmal sicher nutzbar, wenn die Stadt am 12. November den benachbarten Rabbiner-Rülf-Platz einweiht. Der untere Teil der Treppe werde im nächsten Frühjahr von Wackelstufen befreit.