Pflegeheim-Bewohner sollen sich selbst um Windeln kümmern

Pflegeheim-Bewohner, die bei den Ersatzkassen versichert sind, müssen sich ab 1. Oktober möglicherweise selbst mit Inkontinenz-Windeln versorgen. Bislang war in einem Rahmenvertrag zwischen dem Verband der Ersatzkassen (vdek) und der Saarländischen Pflegegesellschaft geregelt, dass die Pflegeheime die Windeln beschaffen und verteilen.

Dafür erhielten sie von den Kassen eine monatliche Pauschale. Nun haben die Kassen den Vertrag gekündigt, und die Patienten oder deren Angehörige müssen sich selbst darum kümmern und den Erhalt der Windeln persönlich quittieren.

Die Pflegegesellschaft warnte vor "chaotischen Verhältnissen". Die Kosteneinsparung, die die Kassen anstrebten, gingen zu Lasten der Patienten und der Heime. Kritik kam auch von Linken-Landeschefin Astrid Schramm : Eine angemessene Versorgung inkontinenter Menschen habe etwas mit Menschenwürde zu tun. Die Piraten-Abgeordnete Jasmin Maurer sprach sich für flexiblere Lösungen aus: So könnten die Heime die Versorgung bei einer vorliegenden Einverständniserklärung weiterhin sicherstellen. Grünen-Fraktionsvize Klaus Kessler nannte es "absolut unverantwortlich", die bisherige Regelung aufzugeben, und forderte Sozialministerin Monika Bachmann (CDU ) auf, das Gespräch mit der Pflegegesellschaft und dem vdek zu suchen, damit der Vertrag bestehen bleibt.

Bachmanns Staatssekretär Stephan Kolling (CDU ) entgegnete, die Vertragsgestaltung sei Sache der Vertragspartner. Er forderte die Kassen auf, eine Lösung zu finden: "Brüche in der Versorgung gehen immer zu Lasten der Patienten. Das ist nicht akzeptabel." Am 24. August wird die Pflegegesellschaft erneut mit dem vdek über eine Lösung beraten.