Pflegegesellschaft zieht Bilanz ihrer Arbeit

Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens hat die Saarländische Pflegegesellschaft (SPG) gestern auf ihre Arbeit und Zukunftsaufgaben geblickt. Die SPG warnt vor Fachkräftemangel und Problemen in der stationären Pflege.

Die Saarländische Pflegegesellschaft (SPG), die Interessenvertretung aller stationären und teilstationären Altenhilfe-Einrichtungen und der ambulanten Pflegedienste im Saarland, hat gestern, anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens, ihre Arbeit bilanziert. Gleichzeitig machte die SPG auf Probleme und Handlungsbedarf im Bereich der Pflege aufmerksam.

Als positive Entwicklung sieht Harald Kilian, Vorstandsvorsitzender der SPG, vor allem die Verbesserung des Personalschlüssels in Pflegeheimen. "Das bedeutet für pflegebedürftige Menschen und Pflegende eine erhebliche Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituation", sagte Kilian. Im Bereich der Pflegeausbildung gebe es allerdings noch Handlungsbedarf. Laut einer Studie des Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) gelinge es Auszubildenden in der Pflege häufig nicht, das in der Berufsschule erworbene Wissen im Arbeitsalltag umzusetzen. Was die Zahl der Fachkräfte im Saarland angehe, sehe es im Vergleich zu anderen Bundesländern ganz gut aus, so Kilian. Dennoch sei auch das Saarland vom Fachkräftemangel bedroht. Für das Ausbildungsjahr 2015/16 rechnet die SPG mit rund 600 Azubis.

Gleichzeitig kritisierte Kilian die inflationsbedingte Kostensteigerung bei der stationären Behandlung, die im Gegensatz zum ambulanten Bereich nicht annähernd aufgefangen worden sei. In diesem Bereich sei von einem Wertverlust der Pflegeversicherung von rund 36 Prozent auszugehen, was letzten Endes Mehrkosten für die Pflegebedürftigen bedeute. Kilian sprach sich für eine Pflegereform aus, bei der einem Versicherten ambulant und stationär gleiche Sachleistungen zustehen.