Pfadfinder bringen Friedenslicht

Das Friedenslicht hatte eine weite Reise hinter sich, als es gestern in Saarbrücken ankam. Entzündet wurde es in Jerusalem. Über Wien kam es nach Europa. Nun wird es im Saarland verteilt. Eine Aufgabe, die Pfadfinder übernehmen.

Das Friedenslicht abzuholen, ist für die Pfadfinderinnen und Pfadfinder ein jährlicher Höhepunkt im Kalender. Ein Windlicht, entzündet in Bethlehem, wird traditionell in einer sicheren Lampe per Flugzeug nach Wien gebracht. Dort entzünden Boten der verschiedenen Bistümer ihrerseits Lichter und bringen diese mit der Bahn in die Regionen. Auf diesem Weg erreichte das Friedenslicht gestern Abend die Jugendkirche eli.ja in der Saarbrücker Halbergstraße.

Pfadfinder aus ganz Europa beteiligen sich an der Aktion und bringen letztlich das Licht aus Jesu Geburtsstadt bis in die Gemeinden, wo in Gottesdiensten jedermann ein Licht für zuhause mitnehmen kann. In Saarbrücken übernahm das der Ring saarländischer Pfadfinderinnen und Pfadfinder .

Meist werden windsichere Grablicher mitgebracht, um die Flamme ohne Gefahr des Erlöschens schließlich ins heimische Wohnzimmer zu bringen. Sonntagabend war es soweit, in der Jugendkirche gab es die offizielle Aussendefeier. "Alle Menschen guten Willens" sollen das Licht erhalten, sagt Jugendpfarrer Christian Heinz.

Und so wandere das Licht nicht nur zu den Kirchen. Es erreiche auch Kliniken, Gefängnisse, Kindergärten, Asylbewerberheime oder Büros.

In Saarbrücken gab es am Abend noch eine weitere Aktion in diesem Rahmen: in der Basilika gab es eine "Nacht des Friedenslichts" mit einer Verteilaktion auf dem St.Johanner Markt. In der Basilika gab es Gespräche, Musik und bis zum Nachtgebet auch die Chance, eigene Kerzen zu entzünden. Für viele Menschen gehört dies inzwischen zum Weihnachtsbrauch dazu.

Pfadfinderin Ronja Ley war das erste Mal beim Aussenden des Friedenslichtes dabei. "Ich freue mich das heute alle zusammen sind. Das Licht bedeutet für mich Verbundenheit", so Ley. Auch Maren Kiff besuchte zum ersten Mal die Veranstaltung. Auch ihr gefiel das Gefühl der Verbundenheit. Das sie das Licht auch in die Kirche tragen und verteilen durfte, freute sie umso mehr.

Die achtjährige Josefine Zimmer fand es ein bisschen komisch, dass Licht in die Kirche tragen zu dürfen. Die Veranstaltung besuchte sie bereits zum zweiten Mal. Wie oft Anna Becker bereits bei der Aussendung dabei war konnte sie nicht mehr sagen. Sie freute sich jedoch in diesem Jahr das Licht in die Kirche tragen zu dürfen und all die anderen Pfadfinder zu treffen.