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Personalrat lobt die Feuerwehr

Saarbrücken. Der Zoff in der Feuerwehr gefährde aktuell nicht die Sicherheit in der Stadt, sagt der Personalrat. Er lasse sich nicht „vor den Karren jener spannen, die aus dem Konflikt politisches Kapital schlagen wollen“. Und Feuerwehrgewerkschafter betonen, man dürfe das Führungsteam nicht nach dem Gießkannenprinzip kritisieren. red/ole

Die Saarbrücker Berufsfeuerwehr sorgt rund um die Uhr für Sicherheit. Auch angesichts des aktuellen Feuerwehrstreits. Das betonte gestern noch einmal der Vorsitzende des städtischen Personalrats, Bernd Schumann. Am Konflikt auf "relativ hoher Stufe" gebe es aber nichts zu beschönigen, sagte Schumann und führte diesen auf "Probleme in der Führung, Personalmangel und einem Berg von Überstunden" zurück.

Schumann stellte klar, der Streit könne später auch die Sicherheit in der Stadt tangieren. "Nicht erklärt habe ich, dass die Sicherheit in der Stadt aktuell gefährdet ist." Überdies versicherten ja Sicherheitsdezernent Harald Schindel und Feuerwehrchef Josef Schun den Bürgern, "dass die Sicherheit in unserer Stadt gewährleistet ist". Der Personalrat wisse, dass "unsere Feuerwehrleute, vom Indianer bis zum Häuptling mit hohem Engagement, Professionalität und innerer Überzeugung rund um die Uhr dafür stehen. Darauf können sich unsere Bürgerinnen und Bürger verlassen."

Schumann sagt, der Personalrat lasse sich auch nicht vor den Karren jener spannen, "die aus der Konfliktsituation politisches Kapital schlagen wollen". Feuerwehrmannschaft und Führung hätten sich für den jetzt laufenden Mediationsprozess entschieden, um eine tragfähige Lösung erreichen zu können. Jetzt gelte es, alles zu unterlassen, was den Konflikt verschärft.

In der gestrigen SZ-Ausgabe hatten Feuerwehrchef Josef Schun und Sicherheitsdezernent Schindel Konflikte in der Berufsfeuerwehr nicht von der Hand gewiesen. Schun bekräftigte seine Gesprächsbereitschaft. Und Schindel sagte, die Stadt wolle und habe auf diesem Posten jemanden, auf den sie in den nächsten 20 Jahren bauen kann. Gleichzeitig wies Schun auf die bereits deutlich gesenkte Überstundenzahl hin und verwahrte sich gegen den Vorwurf, zum Führungsstil gehöre das Abkanzeln und Anschreien von Mitarbeitern. Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft verlangt Fortschritte in der Kommunikation zwischen Führung und Mannschaft. Und sie betont, die Mitarbeiter hielten eine Vielzahl ihrer Vorgesetzten für durchaus sehr kompetent, fachlich versiert und menschlich im Umgang. Es sei falsch, Führungskräfte nach dem Gießkannenprinzip anzuklagen. "Daher der Appell an die Verantwortlichen: Nehmt die Hinweise der Mitarbeiter ernst, und führt Gespräche. Am besten unter Moderation des bereits eingeschalteten Coachs."