Personal will Bündnis mit Bürgern

Die rund 2500 städtischen Beschäftigten haben einen neuen Personalrat gewählt. Der gibt sich kämpferisch. Man werde gegen Stellenabbau, Schließung und Privatisierung städtischer Betriebe mobilisieren.

Das städtische Personal will sich mit den Bürgern der Landeshauptstadt Saarbrücken "verbünden", um Stellenabbau in der Stadtverwaltung zu verhindern. Wenn Personal abgebaut werde, "dann können wir die Leistung nicht mehr in dem Umfang und der Qualität erbringen, wie wir das gerne tun würden", sagt der Vorsitzende des Personalrats, Bernd Schumann.

Er sieht sich und den Personalrat gegenüber der städtischen Politik gestärkt, weil die 2500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinter ihren Gewerkschaftsvertretern stehen. So interpretiert Schumann jedenfalls die Beteiligung von 82 Prozent der Beamten und 74 Prozent der Angestellten an der gerade abgeschlossenen Personalratswahl.

15 der 17 Personalrats-Mitglieder gehören wie Schumann der Gewerkschaft Verdi an. Die Gewerkschaft Komba und die Feuerwehrgewerkschaft stellen jeweils ein Mitglied. Schumann, der seit 2007 Personalratsvorsitzender ist, wurde im Amt bestätigt, sein Stellvertreter ist Erik Schwindling.

Dieses "Vertrauen" der Kolleginnen und Kollegen stärke dem Personalrat "den Rücken bei zukünftigen Auseinandersetzungen", sagt Schumann. Zu solchen Auseinandersetzungen werde es kommen, wenn der Saarbrücker Stadtrat vor beziehungsweise nach der Sommerpause über den städtischen Haushalt beschließen wird. Das Land fordere weiter, dass die Stadt beim Personal spart. Und auch die Debatte um die Zukunft der Schwimmbäder ist für Schumann und seine Kollegen nicht nur eine Diskussion um Badevergnügen und Sport - auch hier gehe es um Arbeitsplätze.

Deshalb sei das Motto der Personalratswahlen gewesen: "Es geht ums Ingemachte." Das sei nicht nur Wahlkampfgerede gewesen. "Unsere Stadt droht sich kaputtzusparen", warnt Schumann. Die Bürger können sich aber nicht nur im Verwaltungsalltag aufs Personal verlassen, man suche auch in Krisenzeiten den "Schulterschluss mit den Bürgern". Der Kurs sei klar: "Wir werden auch in Zukunft gegen Stellenkürzungen, Schließung von Einrichtungen und Privatisierung kämpfen. Es geht auch um gute Arbeitsbedingungen und Wertschätzung für unsere Kolleginnen und Kollegen", sagt Schumann.