Partystimmung gab's nur einmal auf der Autobahn

Auf keinem Asphaltband im Saarland ist täglich so viel los wie auf der Stadtautobahn. Der unablässige Strom der Autos und vor allem der Lastwagen zermürbt die Fahrbahnen. 2015 war der Verschleiß so weit fortgeschritten, dass eine Runderneuerung Not tat.

Dasselbe galt für die Wilhelm-Heinrich-Brücke. Als deren Unterseite reif für Renovierungsarbeiten war, musste ein Gerüst auf die A 620. Folge: eine Sperrung ab dem 17. Mai. Und Staus auf den Umleitungsstrecken. Nach 18 Tagen rollten die Blechlawinen wieder über die Autobahn. Und zwischendrin war an Pfingstmontag die kurioseste Begleiterscheinung der Sperr-Tage zu bewundern: ein Grillfest auf dem verwaisten Asphalt. Architekturstudenten hatten die Idee, die Menschen könnten doch den Pfingsmontag nutzen, um aus der hektischen Verkehrsader eine Zone der Entspannung zu machen. Trotz aller behördlicher Bedenken setzte der akademische Nachwuchs die Idee in die Tat um, bevor der Alltag und die Autos zurückkehrten. Bis zur nächsten Sperrung im August, als die Hauptverkehrsader des Landes zwischen der Malstatter Brücke und Gersweiler dicht war. Auf der B 51 kroch der dorthin umgeleitete Verkehr nur dahin. Auch zum Leidwesen der Anwohner.

Mehr von Saarbrücker Zeitung