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Partner in der Großregion wollen gemeinsam gegen Drogen kämpfen

Partner in der Großregion wollen gemeinsam gegen Drogen kämpfen

Saarbrücken. Fachleute dies- und jenseits der Ländergrenzen wollen beim Kampf gegen Drogen in der Großregion besser zusammenarbeiten. "MAG-Net" heißt das Projekt, das gestern in der Stadtpressekonferenz vorgestellt wurde. Angereist waren dazu Projektpartner aus Metz, Belgien, Luxemburg und Rheinland-Pfalz

Saarbrücken. Fachleute dies- und jenseits der Ländergrenzen wollen beim Kampf gegen Drogen in der Großregion besser zusammenarbeiten. "MAG-Net" heißt das Projekt, das gestern in der Stadtpressekonferenz vorgestellt wurde. Angereist waren dazu Projektpartner aus Metz, Belgien, Luxemburg und Rheinland-Pfalz. Aus saarländischer Sicht berichteten der Landes-Suchtbeauftragte Markus Zimmermann und Angelika Kraus, Leiterin des Amtes für soziale Angelegenheiten, über die Ziele des Projekts, das von der Europäischen Union gefördert wird. "Junge Menschen konsumieren immer häufiger, viel schneller und alles Mögliche", fasste Markus Zimmermann die jüngste Entwicklung des Rauschmittel- und Drogenkonsums zusammen.

Mit Projekten in Schulen und Aktionen bei Partys und auf Großveranstaltungen wie Open-Air-Konzerten wollen die Beteiligten im Rahmen von "MAG-Net" neue Möglichkeiten erproben, um Sucht vorzubeugen. Das Besondere dabei: Die Projektpartner tauschen untereinander ihre Konzepte aus und setzen diese dann - auf die jeweiligen Rahmenbedingungen angepasst - in ihrem Land um. Auch bereits vorhandene Informations- und Lehrmaterialien sollen übersetzt und ausgetauscht werden. Die Partner setzen nach Auskunft von Angelika Kraus auf junge Ehrenamtliche im Alter von 18 bis 20 Jahren, die auf Veranstaltungen gezielt auf Jüngere und Gleichaltrige zugehen, um mit ihnen über Drogen zu sprechen. "Was wir wollen, ist ein Dialog auf Augenhöhe", erklärt Kraus.

Wie komplex der Ansatz ist, den "MAG-Net" verfolgt, verdeutlichte Marie-Ange Cornet, die Direktorin des Belgischen Laizistischen Aktionszentrums (Centre d action laique, CAL). So soll im Rahmen von "MAG-Net" auch eine Datenbank entstehen, in der alle in der Großregion ansässigen Suchtspezialisten, Fachärzte und Beratungsstellen zu finden sein sollen.

Zu den Partnern des Projektes zählen neben dem CAL auch das Zentrum für Drogenprävention in Luxemburg, der Caritasverband Westeifel, das Betreuungszentrum für Kinder und Erwachsene in schwierigen Lebenssituationen Moselle in Metz, die Aktionsgemeinschaft Drogenberatung in Saarbrücken sowie die Landeshauptstadt.

Kulturdezernent Erik Schrader, der die Pressekonferenz in Vertretung von Bürgermeister Kajo Breuer leitete, bezeichnete "MAG-Net" als ein gutes Beispiel dafür, dass grenzüberschreitende Zusammenarbeit nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch bei "sogenannten weichen Themen" sinnvoll sei. "MAG-Net" wird im Rahmen des Programms Interreg von der Europäischen Union gefördert und läuft bis 2012. Die bis dahin aufgebauten Netze sollen jedoch über die Projektlaufzeit hinaus zusammenarbeiten.

Weitere Informationen bei Angelika Kraus, Tel. (06 81) 9 05 33 22, E-Mail: angelika.kraus@saarbruecken.de. Die Internetseite zum Projekt soll voraussichtlich ab Dezember unter www.mag-nets.eu abrufbar sein.