Parkplätze werden vermisst

Das neue Gesicht der Eisenbahnstraße kommt bei den meisten Geschäftsleuten gut an. Vor allem freuen sie sich über das Ende der Umbauarbeiten. Doch die Dauerbaustelle forderte auch viele Leerstände.

Rund ein Jahr dauerten die Umbauarbeiten in der Eisenbahnstraße. Die Fahrbahn wurde schmaler, die Gehwege wurden breiter und Bäume wurden gepflanzt (wir berichteten). Da die Bauarbeiten nun beendet sind, hat sich die SZ gefragt, wie das Ergebnis bei den Geschäftsleuten und den Passanten ankommt und welche Beeinträchtigungen die Baustellen noch vor Kurzem mit sich brachten.

Yannick Hoen, Mediengestalter aus Schwalbach, findet die Umgestaltung der Eisenbahnstraße unnötig: "Durch den Umbau gibt es hier nicht mehr viele Geschäfte. Ich denke, dass sich in Zukunft auch nur noch wenige Läden hier ansiedeln werden." Ihm sind die fehlenden Parkmöglichkeiten ein Dorn im Auge. "Die Straße sieht mittlerweile richtig schön aus, allerdings gibt es meiner Meinung nach zu wenige Fußgängerüberwege", erzählt uns die 24-Jährige Marie Breuer aus Dudweiler. Angela Reinsch aus Saarbrücken findet die neue Straße ebenfalls gelungen: "Der Umbau war sehr nötig gewesen. Jetzt sieht die Straße viel besser aus als vorher." Die Lärmbelästigung während der Bauarbeiten empfand die Tedi-Filialleiterin als sehr störend. "Ich arbeite erst seit Kurzem in der Eisenbahnstraße und weiß leider nicht, wie die Straße vor den Umbauarbeiten aussah. Aber das Ergebnis gefällt mir sehr gut", erzählt Dimitrios Mourtzios, 22. Die 77-jährige Emmy Scherer aus Güdingen glaubt nicht, dass sich durch den Umbau der Straße viel ändern wird: "Die neue Straße ist mittlerweile genauso verschmutzt wie vorher. Die Straße an sich ist sehr schön. Doch wegen der Baustelle gibt es jetzt viele Leerstände. Es stört mich vor allem, dass die Postboten wegen der fehlenden Parkmöglichkeiten öfters die Fahrradwege blockieren müssen", erzählt die ehemalige Geschäftsführerin von Stempel Ernst, die mittlerweile als Aushilfe im Laden arbeitet.

"Ich erinnere mich nicht mehr genau, wie die Straße vorher aussah. Aber ich finde es toll, dass man endlich wieder von der Autobahn direkt rechts in die Straße abbiegen kann, das ging während der Bauzeit nicht", sagt Dana Dörr aus Püttlingen. Auch die 20-jährige Praktikantin bemängelt die wenigen Parkplätze : "Den Weg, den ich jetzt spare, büße ich mit der Suche nach einem Parkplatz ein. Je weniger Parkplätze , umso mehr Strafzettel."

"Die Verkehrsinsel gefällt mir sehr gut, aber ansonsten sehe ich keine große Veränderung an der Straße. Und die Geschäfte werden auch immer weniger", erzählt Julia Assmann, Moderatorin bei BigFM. Für die 27-Jährige war der Lärm während der Straßenarbeiten viel zu laut: "Die Geräuschkulisse schallte manchmal bis ins Mikrofon." Carmen Schmitz, 50, Verkäuferin in der Bäckerei "Brotbäckchen", ist mit der neuen Eisenbahnstraße ebenfalls zufrieden. "Ich finde die neue Straße sehr gelungen, allerdings gibt es sehr wenige Parkplätze , was die Kunden oft abschreckt. Durch die Baustelle hat die Bäckerei mindestens die Hälfte des Umsatzes eingebüßt", sagt die Gersweilerin.

"Sehr viele Kunden bleiben uns seit der Baustelle aus", erzählt Margot Wroblewski, 48, aus Saarwellingen. Vor allem die älteren Leute sollen während der Bauzeit sehr verwirrt gewesen sein, da die Baustellen öfter den Platz gewechselt haben. "Die Straße ist sehr schön geworden. Aber hier fehlen einfach Parkplätze . Die breiten Fußgängerwege hätte man auch sinnvoller für Parkplätze nutzen können", bemängelt die Inhaberin des Blumenladens "Pusteblume".