Panflöte sieht er als politisches Instrument

Der aus Chile stammende Musiker und Komponist Daniel Osorio hat Ende November mit Claudine Kiefer und Sabrina Sperl den Förderpreis der Landeshauptstadt Saarbrücken erhalten. Die Auszeichnung, so hofft er, wird seine künstlerische Karriere in der Wahlheimat fördern.

Ende November wurde der Förderpreis der Landeshauptstadt Saarbrücken an Claudine Kiefer, Daniel Osorio und Sabrina Sperl verliehen. Für Daniel Osorio war das ein besonderer Tag. "Ich möchte unbedingt im Saarland bleiben, da ist dieser Preis ganz wichtig. Außerdem ist es ein schönes Lob für meine Arbeit", erzählt der Chilene in fließendem Deutsch. Daniel Osorio ist Musiker. Komponist - um genauer zu sein. Er stammt aus Santiago de Chile, studierte dort bereits Musik und Komposition. Dann lernte er 2004 Professor Theo Brandmüller kennen, der zu dieser Zeit Gastdozent an der Universität in Santiago war.

"Theo Brandmüller hat mein Leben sehr beeinflusst. Er war es, der mich nach Saarbrücken eingeladen hat", erinnert sich Daniel Osorio. "Ich konnte kein Wort Deutsch, als ich 2005 hier angefangen habe zu studieren", fährt der Komponist fort. Bis 2009 blieb Daniel Osorio Student von Theo Brandmüller, nach seinem Diplom ging er wieder nach Chile. "Aber ich habe Deutschland sehr schnell vermisst. Es ist hier einfacher als in Chile, als freischaffender Künstler zu arbeiten. Außerdem hatte ich mittlerweile auch viele europäische Einflüsse in meiner Musik, da wollte ich zurück", erklärt er, warum er wieder in Saarbrücken lebt. Anfangs arbeitete er als Musiklehrer, aber dann begann er, verschiedene Projekte zu entwickeln.

Mit seiner Freundin Romina Tobar, die ebenfalls Musikerin und Klavierbauerin ist, arbeitet er momentan an dem Projekt "Zikkus", bei dem ein einzelnes Instrument mit elektronischen Klängen kombiniert wird. Sein Instrument ist die Panflöte. "Die Deutschen denken bei der Panflöte an Straßenmusik", sagt er und lacht. "Aber die Panflöte ist in Südamerika das Instrument der Indianer und auch des Widerstandes gegen die Diktatur. Sie ist ein politisches Instrument", erklärt Daniel Osorio.

In seinen Projekten verbindet er dieses traditionelle Instrument mit europäischen Klängen. "Die Elektronik ist das Element meiner Musik, das die indianischen und europäischen Einflüsse vereint", erklärt Osorio. Das Projekt "Zikkus", für das er bereits im Studio Aufnahmen macht und das bei dem saarländischen Label gligg records erscheinen wird, ist aber nur eines seiner Vorhaben für das Jahr 2014. Im Sommer folgt ein Konzert in seiner Wahlheimat, das ebenfalls ein Teil des Förderpreises ist. Daniel Osorio hat neben dem Förderpreis der Stadt Saarbrücken noch eine Auszeichnung erhalten: "Ich werde im Mai und Juni in Venedig arbeiten, denn ich habe ein Stipendium des deutschen Studienzentrums gewonnen", berichtet der Chilene. Auch das sei eine Anerkennung seiner Arbeit, aber, fügt er mit einem Lächeln hinzu: "Es ist auch ganz wichtig für meine Einbürgerung in Saarbrücken".

danielosorio.tk