Operation rettete Rosels Augenlicht

Eine Operation im Klinikum Saarbrücken auf dem Winterberg rettete der kleinen Rosel Zibar das Augenlicht. Rosel stammt aus Syrien, wo die Krankenhäuser solche Fälle nicht mehr behandeln können.

Die kleine Rosel Zibar lacht unbeschwert. Nichts erinnert mehr daran, dass ihr Leben vor wenigen Wochen noch am seidenen Faden hing. Das Mädchen kommt aus Syrien, einem Land in dem Gewalt und Bombenterror zum Alltag gehören.

Es war im Mai, als die Sechsjährige ihren Kopf immer öfter schief hielt und Doppelbilder sah. Das beunruhigte die Eltern. Sie gingen mit der Kleinen zum Augenarzt. Ein Spezialist in Aleppo stellte nach gründlicher Untersuchung fest: Der Sehnerv stand unter Druck. Die Kleine hatte einen Tumor, der auf den Sehnerv drückte.

Verwandter in Saarbrücken

Die verzweifelten Eltern schickten die MRT-Bilder ihrem Neffen, Aiman Brim, der seit elf Jahren in Deutschland lebt und hier Medizin studiert hat. Er arbeitet seit fast zwei Jahren als Assistenzarzt in der Augenklinik des Klinikums Saarbrücken.

Er fragte die Chefärztin der Neurochirurgie, Professor Dr. Cornelia Cedzich, was zu tun sei, und die riet: "Keine Zeit verlieren. So schnell wie möglich operieren." Doch in Syrien gibt es kaum noch funktionsfähige Krankenhäuser.

Deshalb sagten die Verantwortlichen des Klinikums Saarbrücken sofort Hilfe zu. Kosten für die Behandlung in Saarbrücken würden nicht berechnet. Gerade noch rechtzeitig wurde dem Mädchen und seiner Mutter ein Visum erteilt. Der Zustand des Mädchens verschlechterte sich immer mehr. Kurz nach ihrer Ankunft in Deutschland musste das Mädchen in Köln als Notfall operiert werden: Sie klagte über starke Kopfschmerzen, musste sich erbrechen, sah plötzlich auf dem linken Auge nichts mehr und war extrem müde. Nervenwasser drückte aufs Gehirn.

Die Operateure in Köln legten einen dünnen Plastikschlauch in die Hirnkammer, der die gestaute Gehirnflüssigkeit abführte. Einen Tag später kam sie mit einem Rettungswagen ins Klinikum Saarbrücken, begleitet von ihrer Mutter Rania. Nach den nötigen Voruntersuchungen operierte die Neurochirurgin Professor Dr. Cedzich das Kind. Sie hat schon häufiger Kinder mit einem solchen Krankheitsbild behandelt.

OP dauerte neun Stunden

In einer neunstündigen Operation entfernte die Neurochirurgin den Tumor, der mit einem Durchmesser von fünf Zentimetern größer als ein Tischtennisball war. Professor Dr. Cedzich: "Weil der Tumor gutartig war, konnte er sich lange Zeit - vermutlich schon seit Jahren - unbemerkt entwickeln." Bereits kurz nach der Operation war das Mädchen wieder ansprechbar und konnte besser sehen. Nach inzwischen zwei Wochen hat sich das Mädchen gut erholt: Das Gesichtsfeld auf dem linken Auge ist noch ein wenig eingeschränkt, und sie wurde aus der Klinik entlassen.

Weil sich jederzeit wieder ein Tumor entwickeln kann, muss die Kleine regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen. Mutter Rania Battal und Cousin Aiman Brim sind froh darüber, dass der kleinen Rosel so schnell geholfen wurde. Das berichtete die Pressestelle des Klinikums Saarbrücken.