Oleg Jurjew liest im Saarländischen Künstlerhaus

Der Autor Oleg Jurjew liest am heutigen Montag, 28. April, 20 Uhr, im Saarländischen Künstlerhaus in der Karlstraße aus seinem Roman „Halbinsel Judatin“ (1999).

Der Salzburger Verlag Jung und Jung hat im Februar eine vom Autor neu geordnete und durchgesehene Fassung herausgegeben. Darin verbindet der 1959 in Leningrad geborene Jurjew Erinnerungen an die Kindheit mit denen an alle versunkenen Reiche dieser Welt. Während im fernen Moskau Gorbatschow das Ruder übernimmt, und die UdSSR langsam und sicher auf ihr Ende zusteuert, liegen im noch ferneren Judatin, einem öden Winkel nahe der sowjetisch-finnischen Ostseegrenze, zwei Bengel krank im Bett. Der eine verbringt hier seine Ferien und träumt von Marilyn Monroes Brüsten. Der andere, Abkömmling von Juden, die sich vor Jahrhunderten in dieser Einöde vor dem Zaren versteckt haben, fiebert nach seiner Beschneidung der Ankunft des Propheten Elias entgegen. Oleg Jurjew galt in den 1980er Jahren als führender Autor der Leningrader Avantgarde. Er lebt seit 1990 als Lyriker, Dramatiker, Essayist und Erzähler in Frankfurt am Main.