Noch mehr Teamgeist ist sein Ziel

Er hat sich gerade Gedanken über die Zukunft der Saarbrücker Feuerwehr gemacht. Und schon kann er sein Konzept verwirklichen. Mit anderen, wie er betont. Wehrführer Willi Wagner setzt auf eine Mannschaft, die auch morgen auf genug Verstärkung bauen kann.

Willi Wagner hat genau zwei Jahre Zeit in seinem neuen Amt. Der 63-Jährige ist nun Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Saarbrücken . Mit 65 endet automatisch sein aktiver Dienst.

"Ich hatte diesen Posten gar nicht geplant. Das ergab sich, als Amtsinhaber Markus Rosenberger plötzlich aus beruflichen Gründen zurücktreten musste." Kurz zuvor hatte Wagner ein Entwicklungskonzept für die Feuerwehr vorgelegt. Daher sei er gefragt worden, ob er es verwirklichen wolle. Er will und ist nun Chef der 750 freiwilligen Feuerwehrfrauen und -männer in 17 Löschbezirken. "Es muss ein ,Wir' durch die Feuerwehr gehen", sagt er und hat ein Führungsteam bestimmt. Hans-Werner Schmitz und Oliver Mongin kümmern sich um die Technik, Willi Hartz, Christoph Wendel und Stephan Busche um die Ausbildung. Ralf Haag und Andreas Huber sind für den Atemschutz, Dieter Dillschneider und Axel Traut für die Brandsicherheitswachen zuständig. Wagner kümmert sich um die Verwaltung vom Büro im Hessenweg aus, von wo er ab Januar regelmäßig seinen Dienst verrichten will. "Aber nicht 365 Tage im Jahr rund um die Uhr. Das kann keiner. Ich werde stundenweise hier sein und mich auf mein Team verlassen", sagt der alte Hase mit Feuerwehrerfahrung seit 1969.

13 Jahre war der Vater zweier Kinder und heutige Opa Löschbezirksführer in Klarenthal, 18 Jahre Abschnittsleiter im Westen. Er will die Leistungsstärke halten, fürs Ehrenamt werben. "Aber ohne anderen Vereinen aktive Menschen abzuwerben. Wir brauchen junge Leute, die lange mitmachen." Markus Rosenberger, Karl Kunz und Markus Towae sollen Mitgliederwerbung und Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Weiter gehe es ums "Zusammenarbeiten, nicht ums Zusammenlegen". Wo bei Alarm nicht genug Leute sind, kooperiere man enger mit Nachbarwehren. Schließen will Wagner keinen Standort. Verwurzelung sei wichtig, Kameradschaftspflege unerlässlich: "Wir haben eine Feuer- und eine Feier-Wehr. Ich will beides - aber sauber getrennt."

Wenn beide Bereiche attraktiv seien, müsse man sich um die Feuerwehr in den kommenden Jahren nicht sorgen.

Saarbrückens neuer Wehrführer Willi Wagner steht in seinem künftigen Dienstsitz, der Feuerwache 1 am St. Johanner Hessenweg, an einem Spritzenwagen aus dem Jahr 1781. Foto: Becker&Bredel