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„Nika & Karambolage“: Bester Pop-Rock wandert mitten ins Ohr

Saarbrücken. Stefan Uhrmacher

Annika "Nika" Jonsson (Caleido Club, Trallskogen) zählt zu den umtriebigen Talenten der Saarszene. Jetzt stellte die an der Hochschule für Musik Saar (HfM) ausgebildete Jazzsängerin im Alice Club (Kohlwaagstraße 1) mit ihrer Band "Nika & Karambolage" die EP "Mbolage" vor. Die leider nicht sehr zahlreichen Hörer beklatschten Poprock gehobener Güte, der seine musikalischen Wurzeln in den 60er- und 70er-Jahren nicht verhehlen konnte - bis hin zu psychedelischen Abstechern. Jonssons eigene Note blitzte überall durch: Bei der Moderation, beim selten mainstreamigen Gesang und bei ihren (meist) deutschen Texten.

Ob Zwischenmenschliches oder Songs über skurrile Typen, nur ausnahmsweise suchen ihre Gedanken den nächstliegenden Weg. Die besten Refrains freilich wandern unmittelbar ins Ohr.

Erfreulich auch die stilistische Vielfalt: Mal groovten Tobias Fritzen (Bass) und Marius Buck (Schlagzeug) etwa im Funky-, mal im Reggae-nahen Rhythmus. Ebenso stilprägend wie Jonssons Stimme und ihre molligen Klänge auf dem E-Piano waren die Beiträge des mit rotzigem Sound aufspielenden Gitarristen Malte Pries - von jazzigen Läufen bis zu pfiffigen schrägen Spannungstönen.

annikajonsson.de