Nicht Naturfrevel, sondern Pflege

Die Abholzung von recht hohen Fichten in der Aue des Wiesbachs im Bereich der Habacher Brücke in Habach rief SZ-Leserreporterin Walburga Bradl auf den Plan. Beim Ortstermin mit der SZ stellte sich heraus, warum der Zweckverband Illrenaturierung dort tätig geworden ist.

. Kommunikation ist bekanntlich alles. Das weiß natürlich auch Ulrich Heintz, Projektleiter des Zweckverbandes Natura Ill-Theel und Landesvorsitzender der Naturschutzbundes (Nabu). Trotzdem hatte er versäumt, in Habach über eine Maßnahme des Zweckverbandes zu informieren, die SZ-Leserin Walburga Bradl gar nicht gefallen hat. Unterhalb des ehemaligen Gasthauses Bradl, auf der anderen Seite des Wiesbachs, hat die Ill-Renaturierung nämlich vor rund zwei Wochen mit dem Abholzen auf einem Geländestück begonnen, was zurzeit in der Tat nicht schön anzusehen ist. "Der Bereich gehört zum Naturschutzgebiet und ist auch als FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) gelistet", erzürnte sich Walburga Bradl gegenüber der SZ über den Eingriff in die Landschaft. Auch Ortsvorsteher Peter Dörr und der Naturschutzbeauftragte Kurt Schäfer wussten nicht, welchen Sinn die Aktion in der Wiesbach-Aue haben könnte.

"Wir haben versäumt, im Vorfeld über die Maßnahme zu informieren", räumte gestern Ulrich Heintz bei einem Vor-Ort-Termin mit Bradl, Dörr, Schäfer und der SZ ein. Und reichte dort die Erläuterungen nach: Im Rahmen des von Bund und Land genehmigten Pflege- und Entwicklungsplanes werden die im Rahmen der Ill-Renaturierung bearbeiteten Gebiete weiter betreut. Das Gelände in Habach (mittlerweile in Besitz der Ill-Renaturierung), wo jetzt gearbeitet wird, firmiert in dem Plan als Maßnahme Nummer 26, die vorsieht, die nicht in eine Flussaue passenden Fichten zu entfernen und dem natürlichen Ufergehölz damit wieder Entwicklungsraum zu geben. Was Walburga Bradl, die dort öfters im Wiesbach trinkende Rehe beobachtet hat, zwar nicht so recht froh macht ("schade um die gesunden Bäume"), aber doch mit Verständnis aufgenommen wird - auch von Ortsvorsteher und Naturschutzbeauftragtem. Ein Versprechen wird Ulrich Heintz noch abgenommen: Statt die Fläche der Sukzession, also der natürlichen Entwicklung von Fauna und Flora, zu überlassen, wird Heintz Weidenstecklinge pflanzen lassen. Damit's schneller geht und die Bienen wieder Nahrung finden.

In der Wiesbachaue arbeitet zurzeit übrigens auch der Entsorgungsverband Saar (EVS): Unterhalb des Landheimes in Wiesbach wird ein Überlaufbecken gebaut, um den Bach zu entlasten. Deswegen wurde auch dort gerodet.

Den Hinweis für diesen Artikel bekamen wir von Walburga Bradl aus Eppelborn-Habach. Für Sprachnachrichten aufs Band nutzen Sie die Telefonnummer (06 81) 5 95 98 00, oder schicken Sie ihre Nachricht an unsere E-Mail-Adresse: leser-reporter@sol.de oder unser Onlineformular unter www.saarbruecker-zeitung.de/leserreporter.