Neues Grabfeld für Derwisch-Orden auf Hauptfriedhof

Der Derwisch-Orden der Bektaschi hat eine zweite Grabstätte in Europa. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz weihte gestern die Grabstätte auf dem Saarbrücker Hauptfriedhof ein. Sie sei ein schönes Symbol der Integration.

"Es ist der Anspruch der Stadt Saarbrücken, Ausländer zu integrieren. Wir sind froh, dass wir diesen Platz der Ruhe an den Derwisch-Orden übergeben können. Integration geht über das Leben hinaus." Mit diesen Worten hat gestern Oberbürgermeisterin Charlotte Britz das neue Grabfeld auf dem Hauptfriedhof an den muslimischen Derwisch-Orden der Bektaschi übergeben. Damit ist der Friedhof für die aus dem Kosovo stammende Religionsgemeinschaft die zweite Anlaufstelle in Europa. Hier können in Zukunft Verstorbene der Gemeinschaft aus ganz Deutschland beigesetzt werden. "Wir haben in Deutschland 150 Familien, davon leben 25 hier im Saarland", sagte der geistliche Führer Sheikh Bashkim Nazmi Qorri. "Diese Stätte ist ein schönes Zeichen der Integration. Wir freuen uns und sind sehr dankbar, hier in Saarbrücken einen neuen Platz der Ruhe, Meditation und Erinnerung zu haben. Eine heilige Stätte für unsere Gemeinschaft", erläuterte der geistliche Führer weiter. In naher Zukunft sollen noch eine Kapelle und ein kleiner Altar gebaut werden. Die Bektaschi gelten als tolerant gegenüber anderen Religionen. "Wir passen hier gut hin", stellte Sheikh Bashkim Nazmi Qorri fest. Der Hauptfriedhof unterstreicht mit diesem Angebot seine Bemühung, eine multireligiöse und -kulturelle Begegnungsstätte zu werden. "In Saarbrücken leben über 123 Nationen. Als Stadt müssen wir ein individuelles Angebot schaffen, um den verschiedenen Kulturen einen Ort der Ruhe zu ermöglichen", erklärte die Oberbürgermeisterin. Der Friedhof hat nach eigenen Angaben mit seinen kulturübergreifenden Angeboten ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland. "Wir freuen uns über das Entgegenkommen der Stadt und fühlen uns hier sehr wohl", sagte Sheikh Bashkim Nazmi Qorri. Nach der Übergabe blieb der geistliche Führer mit seiner kleinen Gemeinde zurück und bat an der neuen Grabstätte zum Gebet.

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