Neuer Anlauf bei Kindergarten St. Eligius

Der Kindergarten St. Eligius in der Völklinger Innenstadt gilt als dringend sanierungsbedürftig. Oberbürgermeister Klaus Lorig will mit einem neuen Konzept bei Bildungsminister Ulrich Commerçon Gehör finden.

Der Kindergarten St. Eligius (Bezugsjahr 1977) in der Völklinger Innenstadt ist in die Jahre gekommen. Schon länger verfolgt die Stadt das Ziel, diesen Kindergarten zu sanieren und um rund 20 Krippenplätze zu erweitern. Im August 2012 hat sie im saarländischen Bildungsministerium den Antrag auf Bezuschussung des Projektes gestellt, das über vier Millionen Euro kosten sollte. Nachdem das Ministerium bisher abwinkte, wollen Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) und der Träger, die katholische KiTa gGmbH Saarland, einen neuen Anlauf unternehmen.

Lorig und Marion Zils, Gebietsleiterin der KiTa gGmbH, stellten gestern ein reduziertes Konzept vor, das sie als "Kompromissvorschlag" gegenüber dem Bildungsministerium verstehen. Der jetzige Kindergarten soll demnach nicht mehr erweitert, sondern nur noch grundsaniert werden. Er würde dann künftig zwei Regelgruppen mit je 25 und zwei Krippengruppen mit 20 bis 22 Kindern umfassen. Diese Maßnahme soll sich dann im Rahmen von insgesamt 1,9 Millionen Euro bewegen. "Wir kämen dann mit 1,4 Millionen Euro städtischen Geldern aus", meinte Lorig gestern. Laut Zils hat das Bistum Trier bereits 271 000 Euro Zuschuss fest zugesagt. Die Stadt, so Lorig, sei auch bereit und in der Lage, den vom Bildungsministerium erwarteten Zuschuss (rund 500 000 Euro) für einige Jahre vorzufinanzieren. Entscheidend sei nur, dass "sehr schnell" ein Zuwendungsbescheid aus Saarbrücken komme.

In Hoffnung auf ein Ja aus Saarbrücken hatten sich Personal und Kinder in St. Eligius schon darauf eingestellt, zu Anfang vergangenen Jahres für die Umbauphase ins frühere Martin-Luther-Haus umzuziehen. Doch das ist inzwischen abgerissen worden, nachdem Lorigs ursprünglicher Plan nicht funktionierte. Nach der neuen Version sollen die Kindergartenkinder (derzeit 75 in drei Gruppen) vorübergehend im angrenzenden Kolpinghaus untergebracht werden. Dieses Haus an der Bismarckstraße sollte bei der alten, großen Lösung mit als erstes weichen und durch eine Container-Spiellandschaft ersetzt werden. Nun ist die Zukunft des Kolpinghauses wieder offen.

Nach einem Vorgespräch im Ministerium ging Lorig gestern davon aus, dass das jetzige Konzept bei Minister Ulrich Commerçon (SPD) genehmigungsfähig sei. Marion Zils betonte, dass Träger, Eltern, Kinder und Personal in St. Eligius bis Sommer 2014 eine Zukunftsperspektive bräuchten. Zils: "Sonst laufen wir Gefahr, dass wir wegen baulicher Mängel schließen müssen."

Lorig und Zils werben beim Bildungsministeriums für den Kindergarten St. Eligius auch mit dem Argument, dass er mit einem Anteil von rund 80 Prozent an Familien mit Migrationshintergrund eine Sonderstellung bei der Integration von Ausländern in der Völklinger Innenstadt einnehme.