Neue Wittum-Bewohner legen los

Das Projekt „Gemeinsam Wohnen im Wittum“ hat begonnen. Im Spätsommer 2016 sollen 20 Wohnungen bezugsfertig sein. Es werden Interessenten gesucht, gern auch junge Leute.

Wer in ein großes Haus zieht, lernt seine Nachbarn, wenn überhaupt, erst im Laufe der Zeit kennen. Beim Alt-Saarbrücker Projekt "Gemeinsam Wohnen im Wittum" ist das anders. Hier finden die Bauherren in einer Bauherrengemeinschaft schon vorher zusammen und organisieren sich in einem Verein, weil sie miteinander leben und eine gute Nachbarschaft pflegen wollen.

In dem viergeschossigen Haus "Im Wittum", zwischen Francoisstraße und Werderstraße gelegen, entstehen 20 Wohneinheiten, in der sich jeder individuell verwirklichen kann. Es wird aber auch, sozusagen als Herzstück, einen Gemeinschaftsraum als Ort der Begegnung geben. Die Wohnungen sind zwischen 63 und 140 Quadratmeter groß, die Preise liegen zwischen 2500 und 2700 Euro je Quadratmeter. Ein Tiefgaragenplatz fürs Auto (mit Fahrstuhl statt Rampe) kostet weitere 18 000 Euro. Die Firma Fertigbau Laux aus Losheim-Hausbach erstellt das Gemeinschaftsprojekt.

"Ich will an verregneten Sonntagen nicht allein sein, sondern Karten spielen", beschrieb eine Eigentümerin bei einer Informationsveranstaltung den Grund, warum sie aus einer zwar ans Herz gewachsenen, aber auch ereignisarmen Gegend hierher zieht. Eine Frau aus dem St. Wendeler Land liebäugelt mit einem Kauf, weil sie in ihrem Tal für jede Besorgung das Auto braucht - keine schöne Aussicht fürs Alter. Eine Vorruheständlerin aus Lebach, die in Saarbrücken arbeitete, will ihr viel zu großes Haus aufgeben und nach Saarbrücken ziehen, mit Kulturangebot, mit Fahrstuhl und ohne Barrieren. Von den 20 Wohneinheiten sind nach Worten von Roswitha Fischer sechs verkauft und drei reserviert. Bislang hätten sich überwiegend ältere Einzelpersonen oder Paare für den Kauf entschieden, man würde aber gern auch jüngere Leute mit Kindern für die Einheiten interessieren, so die Sprecherin des Projektes. Die Betriebswirtin und (beruflich) Projektentwicklerin Roswitha Fischer ist seit vielen Jahren aus privater Leidenschaft eine Fürsprecherin des gemeinschaftlichen Bauens und verweist auf Vorbilder in Saarlouis und Neunkirchen.

Gegenüber dem "normalen" Bauen und Wohnen lege man hier besonderen Wert auf Achtsamkeit im Umgang. In Bauherrengemeinschaften habe man Interesse an anderen, könne sich eingebettet und sicher fühlen. Es werde natürlich nicht jeden Tag "geklüngelt", wer für sich selbst bleiben möge, der könne dies auch.

wohnenimwittum.de